Terroranschlag in Berlin
Mutter aus Polen stirbt bei CSD-Anschlag in Berlin
Aktualisiert am 27.07.2026 – 18:16 UhrLesedauer: 5 Min.
Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin gibt es neue Details zum Todesopfer und zum mutmaßlichen Täter. Mit Blick auf die Verletzten gibt es eine gute Nachricht.
Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin sind weitere Informationen über das Todesopfer bekanntgeworden. Es handelte sich um eine polnische Mutter, die mit ihrer Tochter in Berlin gewesen sei, wie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bekanntgab. Die polnische Regierung reagierte mit Bestürzung und Trauer auf ihren Tod.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) lässt prüfen, wie die Bewegungsfreiheit potenzieller Gefährder beschränkt werden kann. Das Bundesinnenministerium erarbeite dazu eine Stellungnahme, die in den nächsten Tagen vorliegen solle, sagte er und warf die Frage auf: „Hätte man das verhindern können?“
Der mutmaßliche Attentäter war Abdul B., ein 21-jähriger Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit und libanesischen Wurzeln sowie Verbindungen zum islamistischen Terror. Er wurde am Sonntagabend von Polizisten, die ihn festnehmen wollten, in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau erschossen.
Am Samstagabend soll er am Rande des CSD Menschen mit einem Van angefahren und mit einer Stichwaffe – vermutlich eine Machete – angegriffen haben. Außer dem Todesopfer wurden 29 Menschen teils lebensgefährlich verletzt. Sie sind inzwischen nicht mehr in einem kritischen Zustand.
Zu dem Todesopfer schrieb der Sprecher des polnischen Außenministeriums auf X: „Wir sprechen der Familie und den Angehörigen unser aufrichtiges Beileid aus.“ Der polnische Konsul in Berlin stehe in Kontakt mit den deutschen Behörden und werde der Familie die notwendige konsularische Unterstützung zukommen lassen. Nach einem Bericht der „B.Z.“ war die Frau 65 Jahre alt. Ihre Tochter soll verletzt worden sein.
Opfer mit Stichverletzungen und Knochenbrüchen
Den verletzten Menschen, die in der Berliner Uniklinik Charité behandelt werden, geht es inzwischen besser. „Der körperliche Gesundheitszustand der vier Patienten stabilisiert sich erfreulicherweise weiter“, sagte ein Sprecher. „Drei Patienten konnten inzwischen auf eine Normalstation verlegt werden, einer ist weiterhin auf einer Intensivstation, aber auch auf dem Weg der Besserung.“ Die Menschen erlitten laut dem Sprecher vor allem Stichverletzungen, zum Teil aber auch mehrere Knochenbrüche durch den Zusammenstoß mit dem Auto.

Ein zweiter Mann war zunächst verdächtigt und von der Polizei noch am Tatort festgenommen worden. Er sei später aber wieder entlassen worden, teilte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mit. Er soll mit der Tat nichts zu tun gehabt haben.
Mutmaßlicher Täter war laut Gericht tief gläubig
Der erschossene Abdul B. wuchs nach Angaben aus einem nun veröffentlichten Gerichtsurteil mit einer älteren und zwei jüngeren Schwestern bei seinen Eltern auf und besuchte eine Grundschule und eine weiterführende Schule, die er 2022 mit der Berufsbildungsreife (BBR) verließ. Nach der Trennung der Eltern lebte er mit seinen Schwestern bei seiner Mutter in einer Dreizimmerwohnung.












