„Ziemlich vertrackte Lage“
Merz: USA werden vom Iran „gedemütigt“
27.04.2026 – 15:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit Ende Februar läuft der Krieg im Iran – und aus Sicht von Kanzler Friedrich Merz wird er auch noch eine Weile andauern. Die USA hätten „keine wirklich überzeugende Strategie“, so Merz.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) glaubt nicht, dass die USA den Krieg im Iran schnell beenden können. „Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben“, sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.
Deutsche und Europäer seien beim Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran nicht gefragt worden, bekräftigte Merz. Er habe US-Präsident Donald Trump mittlerweile zweimal seine Skepsis direkt gesagt. „Wenn ich gewusst hätte, dass es fünf Wochen, sechs Wochen so weitergeht und immer schlimmer wird, dann hätte ich es ihm noch eindringlicher gesagt.“
Merz weiter: „Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen.“ Deshalb sei der Krieg gegen Iran unüberlegt gewesen. „Insofern hoffe ich, dass das so schnell wie möglich zu Ende geht.“
Die Amerikaner seien im Iran „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“, kritisierte Merz. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. „Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln“, sagte Merz. „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung, vor allem durch diese sogenannten Revolutionsgarden.“
„Es ist im Augenblick eine ziemlich vertrackte Lage“, sagte der Bundeskanzler. „Und es kostet uns sehr viel Geld. Dieser Konflikt, dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung.“










