Der Boom zeigt seine Schattenseite
Wohnmobile: Der Trend wendet sich
26.10.2026 – 12:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Markt für Reisemobile und Wohnwagen schwächelt bereits seit mehr als einem Jahr. Neue Zahlen verdeutlichen nun die kritische Situation der Händler und Hersteller.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 zählte der Caravaning Industrie Verband (CIVD) insgesamt 57.890 neu zugelassene Reisemobile und 15.396 neu zugelassene Wohnwagen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verloren Reisemobile 7,2 Prozent und Wohnwagen 4,8 Prozent.
Minus 22 Prozent im dritten Quartal
Im September hat sich der Rückgang bei den Reisemobilen deutlich beschleunigt. Der September des Vorjahres zählte hingegen zu den stärksten Monaten in der Geschichte der Branche. Dieser Erfolg ließ sich nicht ansatzweise wiederholen.
Doch bereits vor September waren die Neuzulassungen von Reisemobilen Monat für Monat zurückgegangen, wobei der Rückgang im Sommer besonders stark ausfiel. Insgesamt wurden im dritten Quartal 14.037 neue Reisemobile zugelassen. Das sind 22,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Reisemobile riskanter fürs Geschäft
Während die Wohnwagen-Zahlen im Sommer noch nah am Vorjahr lagen, sanken sie anschließend spürbar. So blieb der Markt im dritten Quartal 11,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Für Händler und Hersteller gilt das Segment der Reisemobile als riskanter, da es mehr Kapital bindet. Der CIVD verwies dabei auf die Kosten: Ein Basisfahrzeug für ein Reisemobil koste rund 20.000 Euro, ein Wohnwagen-Chassis hingegen nur einen Bruchteil davon. Dafür fallen jedoch Zinsen an.
Hersteller verschätzten sich massiv
Der CIVD sieht zudem ein strukturelles Problem: Die Hersteller haben die Nachfrage zu optimistisch eingeschätzt, wodurch ein Überangebot entstanden ist. Besonders belastend sind Fahrzeuge, die seit mehr als 24 Monaten unverkauft beim Händler stehen. Sie lassen sich nur mit hohen Rabatten verkaufen und benötigen nach so langer Standzeit außerdem aufwendige und teure Überarbeitungen.
Laut CIVD rechnen viele Marktbeobachter mit einer Zunahme der Insolvenzen in der Branche. Das Überangebot schmälert die Liquidität der Handelsbetriebe und beeinträchtigt somit ihre Fähigkeit, ihre laufenden Kosten zu decken. Diese rückläufige Entwicklung hält bereits seit Sommer 2025 an.











