„Nicht unser Männerbild“
Streit um Manifest spaltet die Grünen
09.07.2026 – 17:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Gruppe von Grünenmitgliedern wirbt für ein neues Männerbild. Das aber kommt nicht überall in der Partei gut an.
In der Bundestagsfraktion der Grünen wird um ein Männermanifest aus der Partei gestritten. Wie mehrere Abgeordnete dem „Spiegel“ sagten, kam es darüber am Dienstag bei der Fraktionssitzung in Berlin zu einer teils hitzigen Auseinandersetzung.
Das Manifest aus der Partei beschreibt die Schattenseiten des Feminismus und wirbt für eine neue, positive Definition von Männlichkeit. Neun Männer und vier Frauen unterzeichneten es, darunter die Parteivorsitzende Franziska Brantner und ihre Vorgängerin Ricarda Lang. Brantner gehört dem Realo-Flügel an, Lang dem linken Flügel.
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Die Grünen-Co-Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann kritisierte indirekt das Manifest und sagte dem „Spiegel“: „Die Grünen sind eine feministische Partei.“ Feminismus habe immer bedeutet, „gemeinsam mit Männern für Gleichstellung und die Akzeptanz von Vielfalt von Geschlechterrollen zu kämpfen.“ Das gelte auch für positive, moderne Männerbilder. „Alles andere wäre ein Missverständnis des Feminismus.“
Männermanifest der Grünen intern wohl nicht abgesprochen
Kritisch äußerten sich am Dienstag in der Fraktionssitzung nach Teilnehmerberichten die Grünen-Parlamentarierinnen Lena Gumnior, Ulle Schauws und Kirsten Kappert-Gonther. „Die Mehrheit der Meinungsäußerungen waren so zu verstehen, dass das nicht unser Männerbild ist, was da niedergeschrieben wurde“, hieß es dem Bericht zufolge aus der Fraktion.
Die Debatte über das Männlichkeitsbild vor den wichtigen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu führen, sei „fatal“, hieß es weiter. Man habe andere Probleme, die das Land beschäftigten, die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung, der Klimawandel, die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen.
Für Ärger sorgte auch, dass die Verfasser ihr Manifest nicht mit den Fachsprecherinnen und -sprechern koordiniert hätten. Co-Fraktionschefin Katharina Dröge wies darauf hin, dass andere für die Themen zuständig seien. Die Fachsprecher wurden demnach von dem Vorstoß der 13 Unterzeichner des Manifests überrascht.











