Medizinisches Rätsel im Louvre
War Mona Lisa krank?
Aktualisiert am 30.10.2026 – 17:27 UhrLesedauer: 3 Min.
Die „Mona Lisa“ hat seit Jahrhunderten keinen Arzt gesehen – und trotzdem eine erstaunlich lange Krankenakte. Jetzt geht es ihr auch noch an die Haare.
Sie lächelt seit mehr als 500 Jahren. Doch wenn es nach manchen Ärzten geht, hat Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ wenig Grund dazu. Mal soll sie eine Schilddrüsenerkrankung gehabt haben, mal zu hohe Blutfettwerte. Jetzt hat ein italienischer Hautarzt einen neuen Verdacht: Die berühmteste Frau der Kunstgeschichte könnte an einer Krankheit gelitten haben, bei der die Haare ausfallen.
Das Gemälde hängt im Museum Louvre in Paris und zieht jedes Jahr Millionen Besucher der französischen Hauptstadt an. Doch nicht nur Kunstliebhaber beschäftigen sich mit der geheimnisvollen Frau. Auch Mediziner nehmen sie seit Jahrzehnten unter die Lupe – und kommen immer wieder zu anderen Ergebnissen.
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Der Dermatologe Luigi Laino hat seine neuste Theorie in der Fachzeitschrift „Clinics in Dermatology“ veröffentlicht. Er vermutet bei der „Mona Lisa“ eine besonders ausgeprägte Form des kreisrunden Haarausfalls. Bei der sogenannten Alopecia areata greift das eigene Immunsystem die Haarwurzeln an. Im Extremfall verlieren Betroffene sämtliche Kopf- und Körperhaare.
„Mona Lisa“: Krankheit oder Mode-Statement?
Für Laino sind vor allem die fehlenden Augenbrauen und Wimpern auffällig. Auch der Haaransatz der Porträtierten gibt ihm Rätsel auf. Die Haut an Stirn und Augenpartie wirkt glatt und ohne Narben – ein Merkmal, das zu der vermuteten Erkrankung passen könnte.
Besonders interessant findet der Mediziner ein winziges Detail: Auf speziellen Aufnahmen des Gemäldes ist oberhalb eines Auges ein einzelnes Haar zu erkennen. Laino deutet es als mögliches Überbleibsel des Haarausfalls.

Es gibt allerdings auch eine einfachere – und gesündere – Erklärung: Zur Zeit der Renaissance war es bei Frauen durchaus üblich, die Augenbrauen zu zupfen oder die Stirn durch das Entfernen von Haaren höher erscheinen zu lassen. Laino hält diese Erklärung jedoch für weniger überzeugend.
Da Vincis „La Gioconda“ mit langer Krankenakte
Ob Lisa Gherardini, die als Modell für das Gemälde gilt, an einer Krankheit litt, lässt sich heute schwer feststellen. Dennoch wurden für „La Gioconda“, wie der italienische Name lautet, oft Diagnosen gestellt. So deuteten etwa 2004 der belgische Mediziner Jan Dequeker und seine Kollegen eine gelbliche Stelle am Augenlid als mögliches Xanthelasma – eine Fettablagerung unter der Haut, die bei erhöhten Blutfettwerten auftreten kann. Auch eine vermeintliche Schwellung an ihrer Hand interpretierten sie als gutartige Fettgeschwulst.
2018 stellten Fachleute eine andere Diagnose: Ihnen fiel der gelbliche Hautton der „Mona Lisa“ auf. Zusammen mit ihrem dünnen Haar und den fehlenden Augenbrauen könnte er auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten.












