Nach Hormus-Odyssee
Kreuzfahrt-Kapitäne äußern sich emotional
23.04.2026 – 01:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Sie saßen wegen der Schließung der Straße von Hormus wochenlang fest. Jetzt melden sich Kreuzfahrt-Kapitäne nach der Durchfahrt.
Sie mussten mehr als 50 Tage in Häfen im Nahen Osten ausharren und abwarten. Dann öffnete sich für mehrere Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf ein kleines Zeitfenster. Der Iran genehmigte ihnen am 19. April die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Jetzt haben sich drei Kapitäne zu Wort gemeldet.
Die „Mein Schiff 4“ und die „Mein Schiff 5“ von Tui waren zusammen mit der „MSC Euribia“ in einem Konvoi durch die Meerenge gefahren. Kaum waren sie durch, schloss Teheran wieder die Durchfahrt. Die Tui-Schiffe steckten zuvor lange Zeit in Doha und Dubai fest.
Jetzt meldete sich Kapitän Jan Fortun von der „Mein Schiff 4“ auf seinem öffentlich nicht einsehbaren Instagram-Konto zu Wort. Er richtete emotionale Worte an seine 16.000 Follower. „Die vergangenen 50 Tage haben diesen Schiffen etwas abverlangt – keine Crew, kein Betreiber sollte das jemals erleben müssen“, schrieb Fortun. Das werde ihn und seine Mitarbeiter noch lange verfolgen. Er riet der Crew, „stolz zu sein auf das, was vor euch liegt“.
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Auch sein Kollege Ioannis Anastasiou meldete sich von der „Mein Schiff 5“. „Wir sind aus dem Persischen Golf geflohen. Nun kommen wir zu euch, damit wir gemeinsam wieder wunderschöne Kreuzfahrten erleben können – in friedlichen Regionen, in denen Respekt und Menschlichkeit an erster Stelle stehen“, schrieb er auf Instagram. Er bedankte sich wie Fortun bei seiner Besatzung für die Ausdauer.
Vom Tui-Büro in Karlsruhe kamen Worte des Dankes. „Lieber Kapitän, liebe Crew der ‚Mein Schiff 5‘, wir lesen diese Nachricht mit tiefster Erleichterung. Unsere Gedanken waren in den vergangenen Tagen fest bei euch. Dass ihr alle gesund und in Sicherheit aus dieser extremen Situation herausgekommen seid, ist das Einzige, was zählt“, kommentierten Mitarbeiter auf Instagram.
Besonders eindringlich schilderte der Kapitän der „MSC Euribia“, Maresca Lauro, seine Erlebnisse auf Facebook. Bei der Fahrt durch die Meerenge habe er „die Last der Verantwortung und die Angst gespürt“. In diesem Moment habe er sich nicht nur als Kommandant gesehen, sondern als Mensch, der eine schwierige Entscheidung treffen musste. Dabei hätten ihn Erfahrung und Glaube gleichermaßen getragen.











