„Lasse mich nicht beeindrucken“
Besuch in Waldbrandgebiet: Merz wird ausgebuht
22.08.2026 – 21:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei seinem ersten Termin nach dem Sommerurlaub besucht Friedrich Merz das Waldbrandgebiet in der Eifel. Dort wird der Kanzler mit Pfiffen und Protestplakaten empfangen – und reagiert deutlich.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist bei seinem Besuch im Waldbrandgebiet von Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen auf Protest gestoßen. Rund zwei Dutzend Demonstranten begleiteten den Termin am Samstag, während eines Statements des Kanzlers waren Rufe und Pfiffe zu hören.
Auf Plakaten stand unter anderem „Der Wald brennt und Friedrich pennt“ und „Kommst Du erst jetzt? Zu spät“. Merz reagierte darauf unmittelbar: „Ich lasse mich von denen, die rumschreien, nicht beeindrucken.“
Warum Merz erst nach Ende des Feuers kam
Der Besuch war Merz‘ erster öffentlicher Termin nach seinem Sommerurlaub. Dass er erst nach Abschluss der Löscharbeiten nach Hürtgenwald kam, hatte Kritik ausgelöst.
Merz und der zuständige Landrat Ralf Nolten (CDU) widersprachen jedoch dem Eindruck, der Kanzler habe das Gebiet zuvor nicht besuchen wollen. Merz erklärte, er habe bereits am vergangenen Wochenende mehrfach mit Nolten telefoniert und einen Besuch angeboten. Der Landrat habe ihn gebeten, erst danach zu kommen.
Nolten begründete das damit, dass ein Kanzlerbesuch während des Einsatzes Kräfte gebunden hätte. „Wenn Sie ins Einsatzgebiet reinfahren, dann können wir zwei, drei Stunden nicht löschen“, habe er Merz gesagt.
Merz über Waldbrand-Katastrophe: „Das ist Klimawandel“
Vor Ort dankte der Kanzler den Einsatzkräften und stellte einen Zusammenhang zwischen solchen Großbränden und dem Klimawandel her. „Wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel“, sagte Merz.

Der Waldbrand war am Donnerstag für gelöscht erklärt worden. Mit mehr als 300 Hektar betroffener Fläche war es der größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Aufzeichnungen 1991. Rund 1.800 Bewohner des Ortsteils Gey hatten zeitweise ihre Häuser verlassen müssen. Die Ursache des Feuers ist bislang ungeklärt, dass diese menschlicher Natur ist, gilt allerdings als wahrscheinlich.











