Türmer präsentiert Alternative
Juso-Chef spricht Klingbeil Eignung für SPD-Vorsitz ab
24.10.2026 – 13:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Dezember wählt die SPD eine neue Spitze. Der Juso-Chef hält den derzeitigen Parteichef Klingbeil für ungeeignet – und wirbt für einen Konkurrenten.
Juso-Chef Philipp Türmer hat sich gegen eine erneute Kandidatur von SPD-Chef Lars Klingbeil für den Parteivorsitz ausgesprochen. „Wenn Lars Klingbeil Finanzminister und Vizekanzler bleiben will, sollte er nicht wieder als Vorsitzender kandidieren. In den vergangenen knapp zehn Jahren, in denen er als Generalsekretär und Vorsitzender Verantwortung für die SPD getragen hat, habe ich keine klare Strategie erkannt, wie es mit der Partei wieder aufwärtsgehen soll“, sagte Türmer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. In einer Doppelrolle als Minister und Parteivorsitzender sei das auch kaum möglich. „Aus meiner Sicht spricht alles dafür, hier eine Veränderung zu schaffen“, sagte Türmer.
Bärbel Bas hatte am 12. Oktober ihren Rückzug als SPD-Chefin und Ministerin bekanntgegeben. Auf einem Parteitag im Januar wollen die Sozialdemokraten ihre komplette Führung neu wählen. Bas’ Co-Chef Klingbeil hat eine erneute Kandidatur bisher offengelassen, Bewerber für das Amt gibt es offiziell noch nicht. Als ein möglicher Nachfolger wird etwa der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil gehandelt.
Türmer hat einen eindeutigen Favoriten
Auf Heil angesprochen sagte Türmer: „Hubertus Heil steht für Arbeit und Soziales. Es spricht viel dafür, die SPD gerade bei diesen Themen deutlicher zu profilieren.“ Er lege sich aber nicht auf Personen fest, bevor die inhaltlichen und strategischen Fragen geklärt sind. Auch über Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wird als potenzielle Parteivorsitzende spekuliert. Türmer lobte ihren Landtagswahlkampf und sagte weiter: „Sie steht glaubwürdig für soziale Gerechtigkeit und Wachstum und kommt letztlich für alles infrage. Ob sie kandidieren möchte, muss sie für sich entscheiden.“
Türmer forderte neben personellen auch inhaltliche Veränderungen. „Wir müssen wieder glaubwürdig für mehr Gerechtigkeit stehen. Der Kampf gegen Ungleichheit muss dabei im Mittelpunkt stehen. Wir müssen dafür einstehen, Vermögen gerechter zu verteilen, und dafür sorgen, dass sich Arbeit mehr lohnt als leistungsfreies Erben“, sagte der 30-Jährige.











