Auch Schwesterfirmen betroffen
Glasfaser-Unternehmen aus Düsseldorf meldet Insolvenz an
28.05.2026 – 11:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Glasfaser-Unternehmen Metrofibre hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind auch Schwesterfirmen in Nordrhein-Westfalen.
Der Düsseldorfer Glasfaseranbieter Metrofibre hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Unternehmen stellte den Antrag am 26. Mai beim Amtsgericht Düsseldorf, wie Metrofibre mitteilte. Betroffen sind auch die Schwesterunternehmen Ruhrfibre Essen GmbH, Ruhrfibre Essen Netz GmbH & Co. KG sowie die Ruhrfibre Holding GmbH. Zuerst berichteten die „Rheinische Post“ und die „Wirtschaftswoche“ über die Insolvenz.
Als Grund nannte das Unternehmen einen „kurzfristigen und überraschenden Rückzug der bisherigen Finanzierungspartner“. Die laufenden Bauarbeiten würden deshalb „vorübergehend pausiert“. Gleichzeitig laufe ein strukturierter Verkaufsprozess, um die Glasfaserprojekte fortzuführen.
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Metrofibre erklärte, der Geschäftsbetrieb solle weiterlaufen. Ziel sei eine finanzielle Neuaufstellung mit neuen Investoren. Geschäftsführer Christian Klein sprach von „vielversprechenden Gesprächen“ mit potenziellen Geldgebern. Die Geschäftsführung bleibt im Amt und wird von Restrukturierungsexperten der Kanzlei Dentons unterstützt. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht den Düsseldorfer Rechtsanwalt David Georg.
Ausbau in Düsseldorf gestoppt
Die Insolvenz trifft vor allem den geplanten Glasfaserausbau in Düsseldorf. Dort wollte Metrofibre unter der Marke „Düsselfibre“ bis zu 100.000 Haushalte im Norden der Stadt ans Glasfasernetz anschließen. Nach Angaben der „Rheinischen Post“ wurde bislang allerdings noch kein Haushalt angeschlossen.
Von den gestoppten Ausbauplänen betroffen sind unter anderem Stadtteile wie Unterrath, Derendorf, Rath, Kaiserswerth und Angermund. Laut „Rheinischer Post“ sollten zuletzt nur noch rund 75.000 Haushalte versorgt werden. Wegen des Insolvenzverfahrens ruht der Ausbau nun.
Die Stadt Düsseldorf zeigte sich unzufrieden mit dem bisherigen Fortschritt. Digitaldezernent Olaf Wagner sagte der Zeitung: „Wir sind mit den Ausbauumsetzungen nicht zufrieden.“ Nach Angaben aus dem Umfeld der Stadtverwaltung laufen inzwischen Gespräche mit anderen Netzbetreibern, um Teile des Ausbaugebiets zu übernehmen. Demnach prüfen unter anderem die Telekom und der Anbieter Net.D zusätzliche Projekte.
Branche unter Druck
Metrofibre beschäftigt in Düsseldorf knapp 50 Mitarbeiter. Ihre Gehälter seien bis Juli gesichert, berichtete die „Rheinische Post“.
Die Insolvenz gilt als weiteres Zeichen für die angespannte Lage auf dem deutschen Glasfasermarkt. Metrofibre hatte mit der Tochterfirma Ruhrfibre nach eigenen Angaben bereits 90.000 Anschlüsse in Essen ausgebaut. Doch viele Unternehmen der Branche kämpfen derzeit mit hohen Finanzierungskosten und schwacher Nachfrage.
