Hype verschlafen

Investmentfirma verzockt sich: 50 Milliarden Dollar weg

17.06.2026 – 21:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Graphik-Chips von Nvidia auf der Computex-Messe in Taiwan: Der Investmentfonds Polen Capital hat den Hype um die Firma verschlafen. (Quelle: IMAGO/Daniel Ceng)

Der Vermögensverwalter Polen Capital hielt den KI-Boom lange für überschätzt und verzichtete auf Nvidia-Aktien. Ein Fehler, der Anleger Milliarden kostet.

Wer in den vergangenen Jahren auf den KI-Boom setzte, konnte an den Börsen enorme Gewinne erzielen. Kaum ein Unternehmen profitierte stärker davon als der US-Chiphersteller Nvidia, dessen Aktienkurs seit 2023 stark gestiegen ist. Für den Vermögensverwalter Polen Capital entwickelte sich die Entwicklung dagegen zu einem kostspieligen Irrtum.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, ist das von Polen Capital verwaltete Vermögen seit Ende 2021 von knapp 83 Milliarden auf rund 33 Milliarden US-Dollar gefallen. Das entspricht einem Rückgang von fast 50 Milliarden Dollar oder rund 60 Prozent.

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Der Grund liegt nach Darstellung von Bloomberg vor allem in einer folgenschweren Fehleinschätzung des KI-Booms. Während viele Investoren auf Nvidia und andere Profiteure der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz setzten, hielt Polen Capital Abstand. Stattdessen investierte die Gesellschaft weiter in Softwareunternehmen wie Adobe, Salesforce und ServiceNow.

Flagschiffprodukt lässt Federn

Noch im Juni 2023 schrieb Polen Capital an seine Kunden, die Chancen von Nvidia seien bereits im Aktienkurs eingepreist. Tatsächlich setzte die Aktie ihren Höhenflug danach fort und legte in den folgenden Monaten um ein Vielfaches zu. Viele Softwaretitel konnten mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten.

Das Logo von Polen Capital: Inzwischen hat der Fonds seine Anlegestrategie verändert. (Quelle: IMAGO/Timon Schneider/imago)

Besonders deutlich zeigt sich die Fehlentscheidung beim Flaggschiffprodukt des Hauses. Der Polen Growth Fund verlor seit seinem Höchststand im Jahr 2021 deutlich an Wert. Das verwaltete Vermögen des Fonds sank laut Bloomberg von rund 14 Milliarden auf weniger als zwei Milliarden Dollar. Im Vergleich mit ähnlichen Fonds gehört er inzwischen zu den schwächsten Anbietern seiner Kategorie.

Polen Capital ändert Strategie

Der Fall gilt als Beispiel dafür, welche Folgen die KI-Revolution für die Finanzmärkte haben kann. Anleger und Vermögensverwalter stehen zunehmend vor der Frage, welche Unternehmen von künstlicher Intelligenz profitieren und welche Geschäftsmodelle durch die neue Technologie unter Druck geraten könnten. Experten vergleichen die Umwälzungen bereits mit den größten Technologiesprüngen der vergangenen Jahrzehnte.

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