Fernwärmeatlas
Wer hier wohnt, sollte eine Wärmepumpe kaufen
18.06.2026 – 07:12 UhrLesedauer: 2 Min.

In diesen Tagen finalisieren die ersten deutschen Großstädte ihre Wärmepläne. Eine Studie zeigt jetzt schon, wo in Zukunft die Fernwärme die besten Chancen hat.
In den nächsten Jahren werden in ganz Deutschland die Weichen für die Wärmewende gestellt. Bis zum 30. Juni müssen die ersten deutschen Großstädte ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen haben. Darin sollen sie festlegen, welche Heizungsarten in welchen Teilen der Stadt verfügbar sein werden. Dies soll Eigentümern und Eigentümerinnen einen Hinweis liefern, wie sie in Zukunft klimaneutral heizen können.
Unterschieden wird in der Regel zwischen zwei Formen: der dezentralen und der zentralen Wärmeversorgung. Klimafreundliche dezentrale Heizsysteme sind Wärmepumpen oder auch Solarthermieanlagen oder Pelletheizungen; zentrale Wärmelösungen umfassen die Fern- und Nahwärme. Aber nicht überall kann die Fernwärme ausgebaut werden. In abgelegenen Regionen, in denen nur wenige Haushalte leben, oder in Regionen, die kaum Zugang zu klimafreundlichen Wärmequellen haben (etwa Flüssen, Seen oder auch Industriezentren, die Abwärme bereitstellen können), wird die Fernwärme nur schwer zu realisieren sein.
Fernwärme kommt nicht überall
Wo genau die Fernwärme eine Zukunft hat, hat nun das Forschungs- und Beratungsunternehmen Prognos veröffentlicht. Zuerst hatten das „Handelsblatt“ und „Tagesspiegel Background“ über den Fernwärmeatlas des Instituts berichtet.
Demnach könnte die Fernwärme rein rechnerisch bis 2045 rund 48 Prozent der Wärmenachfrage in Deutschland abdecken. Vor allem wird sie in Großstädten vorhanden sein, grundsätzlich haben aber Nord- und Ostdeutschland die besten Voraussetzungen für die Fernwärme. Wer in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt oder Sachsen lebt, hat schon heute die höchsten Fernwärmeanteile am Wärmeverbrauch (über 15 Prozent). Dort können viele Eigentümer also auf eine dezentrale Heizungslösung hoffen.
Im Süden und Westen hingegen ist Fernwärme heute eher eine Rarität – der Bau der Netze müsste also von vorn losgehen.
Prognos hat aber insgesamt sieben „Hidden Champions“ herausgefiltert, die heute kaum Fernwärme nutzen, aber teilweise die besten geografischen Voraussetzungen dafür haben: Frankenthal (Pfalz), Konstanz, Memmingen, Neustadt an der Weinstraße, Pirmasens, Straubing und Worms. Hier würde sich der Neubau der Netze nach Ansicht der Forschenden besonders lohnen.
Die gesamte Analyse aller Landkreise gibt es in dieser durchsuchbaren Tabelle:
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