Wie sieht Ihr eigenes Nutzungsverhalten aus?
Ich versuche, vor meiner Tochter nicht am Handy zu sein – und morgens auch nicht schon im Bett. Wahrscheinlich scrollt jeder zweite Deutsche erst einmal am Handy, nachdem er den Handywecker ausgemacht hat. Aber das habe ich mir nie angewöhnt.
Was werden Sie Ihrer Tochter sagen, wenn Kinder um sie herum Zugriff auf Social Media bekommen?
Wir reden jetzt schon darüber. Es gibt tatsächlich Kinder – man glaubt es kaum –, die schon im Alter von sieben Jahren ein Handy oder eine Smartwatch bekommen. Das ist fatal, weil man Kinder dann schon auf das Gerät konditioniert.
Was sagen Sie Ihrer Tochter dann?
Ich habe keine Ahnung, was ich machen werde, wenn ihre Fragen zunehmen. Ich versuche, ihr einfach zu erklären, dass ich das nicht tue, um ihr etwas zu nehmen, sondern um ihr etwas zu geben. Ich verbiete ihr nichts – ich mache ihr damit ein Geschenk. Die Generation davor war wie eine Art Versuchslabor, und man hat festgestellt, dass Konzentrationsschwierigkeiten, ADHS und Neurodiversität zunehmen. Ich hoffe sehr auf eine Regulierung durch die Politik, damit wir Eltern diesen Kampf nicht alleine führen müssen. Ich habe keine Lust, mit meinem Kind die ganze Zeit zu streiten, weil es denkt, ich bin die böse Mutter.
In Ihrem Debütroman „Niemands Töchter“ geht es auch um die Prägung von Müttern an Töchtern. Welche Prägungen Ihrer Mutter arbeiten Sie selbst bis heute vielleicht noch ab?
Ich glaube, sich nicht ausruhen zu dürfen. Mittlerweile hat meine Mutter das in ihrem Rentendasein gut gelernt. Aber in meiner Familie waren alle wahnsinnig fleißig. Es wurde auch nie Schwäche gezeigt: Wenn man krank war, hat man sich nicht einfach mal ins Bett gelegt, sondern eine Kopfschmerztablette eingenommen und weitergemacht.
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In Maßen ist das auch nicht verkehrt.
Ja, ich bin auch froh über diese Prägung. Als Künstlerin bin ich ja nicht geschützt: Wenn ich nicht aufstehe, macht kein anderer meinen Job. Ich bekomme auch kein Krankengeld, wenn ich ausfalle.











