Es geht um seinen Torjubel
Großer Ärger um BVB-Star
08.11.2026 – 12:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Felix Nmecha wird gegen die SV Elversberg zum entscheidenden Spieler von Borussia Dortmund. Danach allerdings konzentriert sich die Debatte auf eine Geste des Nationalspielers.
Borussia Dortmunds Nationalspieler Felix Nmecha sieht sich aufgrund seines Torjubels scharfer Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Nachdem der 26-Jährige gegen die SV Elversberg (2:1) erneut mit einer Geste die Kampagne „The King’s Return“ unterstützt hatte, forderte die Fan- und Förderabteilung des BVB in einer Stellungnahme eine klare Abgrenzung von evangelikalen Netzwerken.
Es gehe bei der Kritik „nicht um eine Verurteilung eines Menschen aufgrund seines Glaubens“, hieß es darin: „Es geht um die klare Abgrenzung von Ideologien und Netzwerken, deren dokumentierte Aussagen und Aktivitäten aus unserer Sicht mit den Werten eines weltoffenen und vielfältigen Borussia Dortmund nicht vereinbar sind.“ Religion dürfe „niemals ein Freifahrtschein für Diskriminierung sein“.
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Hintergrund der Kritik ist der wiederkehrende Torjubel, bei dem Nmecha eine imaginäre Krone abnimmt und diese kniend vor sich auf den Rasen legt. Diese hatte er auch bei der Fußball-WM im Nationaltrikot gezeigt. Die Geste stammt von der Kampagne „The King’s Return“, die dem Netzwerk „Ballers in God“ nahesteht. Laut Recherchen des ARD-Magazins Monitor wurden in diesem Umfeld Homosexualität beispielsweise als „Sünde“ und eine Abtreibung als „Satans Plan“ dargestellt.
„Gezielt für Missionierung“ eingesetzt?
Dass Nmecha seine Religiosität seit Jahren sichtbar mache, sei „ausdrücklich“ kein Teil der Kritik. Nmechas öffentliche Unterstützung für die umstrittene Kampagne gebe aber „Anlass zu einer erneuten Einordnung“, schrieb die BVB-Fanabteilung: „Unsere Kritik richtet sich gegen religiöse Netzwerke, die unter dem Deckmantel des Glaubens ein Weltbild verbreiten, in dem Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer Lebensweise oder ihrer persönlichen Entscheidungen abgewertet oder ausgegrenzt werden.“
Man dürfe es nicht als „bloß private Religionsausübung“ abtun, wenn die Reichweite eines Profis „gezielt für Missionierung“ eingesetzt werde. „Wo religiöse Überzeugungen dazu benutzt werden, Menschen ihre Würde oder Gleichwertigkeit abzusprechen, endet für uns die Toleranz gegenüber Intoleranz“, hieß es in der Stellungnahme, die den Druck auf den Verein in einer seit Jahren anhaltenden Debatte einmal mehr erhöht. Der Grundwertekodex des BVB sei „der maßgebliche Bezugspunkt. Für seine konsequente Umsetzung setzen wir uns ein. Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten mehrfach Gespräche zu diesem Thema geführt.“










