Desaster bei Hinrichtung
Neue Details im Fall Christa Pike kommen ans Licht
Aktualisiert am 23.10.2026 – 11:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Christa Pikes gescheiterte Exekution erregte weit über die USA hinaus Aufsehen. Nun gibt es neue Details zum Hergang der Hinrichtung.
Bereits während der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee sollen für die Infusion zuständige Mitarbeiter vor gerissenen Venen gewarnt haben. Das Personal habe mit etwa zehn Nadeln an beiden Armen versucht, Zugänge zu legen, berichteten mehrere Medien aus vor Gericht eingereichten Angaben der Anwälte. Trotz der Komplikationen wurden Pike danach noch beide Injektionen des Giftstoffs verabreicht.
Die Suche nach einer Vene habe sich bei Pike über fast eine Stunde hingezogen, zitierte der „Guardian“ die Angaben eines Anwalts. Wiederholt glaubten Mitarbeiter, eine Vene erwischt zu haben – nur um dann das Gegenteil festzustellen. Eine der Nadeln schien nach dem Herausziehen „stark verbogen“ zu sein. Immer wieder äußerten Mitarbeiter die Vermutung, die Venen seien beschädigt.
Hinrichtung von Christa Pike: „Mein Arm wird gleich platzen“
Schließlich glaubten sie, erfolgreich einen Zugang gefunden zu haben, und verabreichten Pike das Gift Pentobarbital. Als die erste Injektion nicht zum Tod führte, wurde ihr gemäß Vorschrift eine zweite Dosis verabreicht. „Ich habe das Gefühl, mein Arm wird gleich platzen“, sagte Pike den Angaben nach. „Es brennt.“
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Als Pike ins Krankenhaus kam, waren ihre Arme nach Angaben der Anwälte geschwollen und mit Blasen übersät. Experten hatten nach dem Hinrichtungsversuch bereits vermutet, dass das Gift ins umliegende Gewebe und nicht in den Blutkreislauf gelangt sei. Das könne erklären, warum die 50-Jährige überleben konnte.

Kein vergleichbarer Fall in der jüngeren US-Geschichte
Pikes Hinrichtung hatte Aufsehen erregt, weil sie die erste Frau seit mehr als 200 Jahren gewesen wäre, die im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet wird. Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist in den USA kein vergleichbarer Fall aus der jüngeren Geschichte bekannt, in dem die Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der oder die Verurteilte weiterlebte.
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Rund anderthalb Wochen nach der gescheiterten Hinrichtung konnte Pike das Krankenhaus verlassen – und sitzt nun wieder in dem Gefängnis, in dem sie bereits seit rund drei Jahrzehnten inhaftiert ist. Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe Knoxville über längere Zeit gefoltert und schließlich getötet worden.











