„Sehr hoher Nachholbedarf“
Darunter leidet die Erdbeerernte in Niedersachsen derzeit
10.05.2026 – 08:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Unter Folientunneln werden in Niedersachsen bereits Erdbeeren gepflückt. Für die Freilandernte ist jedoch noch etwas Geduld gefragt. Das kostet die Schale.
In Niedersachsen werden unter begehbaren Folientunneln bereits die ersten Erdbeeren geerntet. Mit dem Pflücken unter freiem Himmel rechnet Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer mit Sitz in Hatten bei Oldenburg, frühestens gegen Ende Mai.
Verlässliche Angaben über die Preise gibt es noch nicht, aber derzeit dürften Preise zwischen 5 und 6 Euro für die 500-Gramm-Schale aufgerufen werden, heißt es aus der Branche.
Dass die Freilandsaison in Niedersachsen später beginnt als anderswo, hat einen strukturellen Grund: „Im Schnitt liegen wir in Norddeutschland immer zehn bis 14 Tage hinter den Anbaugebieten in Süddeutschland“, sagte Eickhorst. Im Süden laufe die Freilandernte bereits an, die Mengen seien aber noch gering.
Zusätzlich hat die Witterung die Reife gebremst. Eva Würtenberger von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn erklärte, der Temperaturrückgang habe sich auf die Mengen ausgewirkt. „Optimale Bedingungen für die Erdbeere zum Reifen sind Tagestemperaturen so um die 20 Grad und Nachttemperaturen von über zehn Grad“, sagte Würtenberger. Fallen die Nachttemperaturen unter diese Marke, schlage sich das unmittelbar in den Erntemengen nieder.
Der Anbau unter Folientunneln schützt vor solchen Witterungsrisiken. Nach Einschätzung der AMI-Expertin hat sich diese Anbauform inzwischen in ganz Deutschland durchgesetzt. Bei Freilanderdbeeren bestehe dagegen stets das Risiko von Schäden, die eine Vermarktung ausschließen würden.
Die Anbauflächen seien derzeit stark ausgetrocknet, sagte Eickhorst: „Wir haben einen sehr hohen Nachholbedarf an Wasser.“ Die Betriebe könnten ihre Flächen für Erdbeeren und Spargel jedoch bewässern.












