Gehirnleistung steigern
Vergesslichkeit – was bringen Nahrungsergänzungsmittel?
Aktualisiert am 10.05.2026 – 07:41 UhrLesedauer: 4 Min.
Mit Nahrungsergänzungsmitteln das Gehirn fit machen und die Merkfähigkeit verbessern: Geht das? Verbraucherschützer sind skeptisch.
Unser Gehirn wiegt rund 1,5 Kilogramm und ist mit fast 100 Milliarden Nervenzellen ausgestattet. Diese komplexe Schalt- und Steuerungszentrale regelt unter anderem Bewegungen, Organfunktionen, Sinneswahrnehmungen, Denken, Lernen, Verhalten und Emotionen.
Die Bedeutung der Vorsorge für ein gesundes Gehirn werde in der Bevölkerung allgemein unterschätzt, betont die Deutsche Hirnstiftung e. V. Jeder könne seinen Alltag so gestalten, dass das Gehirn nicht vorzeitig altert. Doch worauf kommt es an?
Gegen Vergesslichkeit: Das Gehirn braucht Nährstoffe
Für die Gehirngesundheit ist der Hirnstiftung zufolge eine dauerhaft gesunde Lebensweise entscheidend. Dafür komme es vor allem auf folgende Faktoren an:
- eine ausgewogene, bevorzugt mediterrane Ernährung
- Vermeidung von Übergewicht
- die Gesunderhaltung der Darmflora
- regelmäßige geistige, körperliche und soziale Aktivität
- Erhalt des Hörvermögens
- erholsamer Schlaf
- Vermeidung von übermäßigem Stress
- ein Blutdruck im Normalbereich
- der maßvolle Umgang mit organ- und hirnschädigenden Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder anderen Drogen
Eine gesunde Ernährung ist gerade in stressigen Lebensphasen oft schwer. Viele greifen daher unterstützend zu Nahrungsergänzungsmitteln, um den Körper zu versorgen und die Gehirnleistung zu unterstützen.
Ginkgo – beliebt für die Gehirnfunktion
Ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel gegen Vergesslichkeit ist Ginkgo. Ginkgo wird nachgesagt, eine positive Wirkung auf Konzentration und Gedächtnis zu haben. Allerdings betonen Verbraucherschützer, dass sich die Inhaltsstoffe eines standardisierten Arzneimittels zum Teil erheblich von denen eines ginkgohaltigen Nahrungsergänzungsmittels unterscheiden.
Positive Wirkungen auf Konzentration und Gedächtnisleistung seien bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht nachgewiesen, so die Verbraucherzentrale NRW e. V. Nahrungsergänzungsmittel dürften keinen pharmakologisch wirksamen Ginkgo-Trockenextrakt in der Menge enthalten, wie sie in Arzneimitteln zu finden ist. Wirksame Ginkgo-Präparate verschreibt der Arzt.
Auch die Wirkung anderer häufig beworbener Pflanzenstoffe gegen Vergesslichkeit und für eine gute Gehirnleistung sei nicht nachgewiesen. Dazu zählen etwa Knoblauch, Rosenwurz oder Traubenkernextrakt/Resveratrol (OPC) in Form von Nahrungsergänzungsmitteln.
Vitamine und Mineralstoffe für mehr Gedächtnisleistung
Etwas anders sieht das bei Vitaminen und Mineralstoffen aus. Sie sind für unseren Körper – und auch das Gehirn – unverzichtbar. Kein Wunder, dass sie als Nahrungsergänzungsmittel beliebt sind. Ist die Ernährung ausgewogen, wird der Körper in der Regel mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.
Bei einseitigem Essen kann es hingegen zu einem Nährstoffmangel kommen. So fällt es etwa älteren Menschen aufgrund von Altersbeschwerden oft schwer, ausreichend Nährstoffe über das Essen aufzunehmen. Dann kann unter Umständen eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein. Experten raten, die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit einem Arzt oder einer Ärztin abzustimmen – auch, um unerwünschten Wechselwirkungen mit Medikamenten vorzubeugen. Das gilt für Vitamine – wie B-Vitamine und Vitamin D – ebenso wie für Mineralstoffe wie Calcium.
Allerdings gibt es laut der Verbraucherzentrale NRW e. V. „keinen guten Beweis dafür, dass die Einnahme von Vitamin- oder Mineralstoffpräparaten oder bestimmten Fettsäuren bei älteren Menschen die geistige Frische (kognitive Funktionen) erhält oder Demenz vorbeugen kann“. Das gelte auch für Vitamin B12. Sinnvoll hingegen würden Beta-Carotin und Vitamin C aus natürlichen Lebensmitteln, vor allem Gemüse, erscheinen.
Gehirnleistung steigern mit Lecithin?
Auch Lecithin wird nachgesagt, die Gehirnleistung zu unterstützen. Lecithin zählt zur Gruppe der Phospholipide, die wichtige Bestandteile der Zellmembranen sind, unter anderem in Gehirn und Nervenzellen. Phospholipide sind für die reibungslose Weitergabe von Nervenimpulsen zuständig. Über Lebensmittel wie Eier, Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte und Gemüse ist der Körper in der Regel ausreichend mit Lecithin versorgt.












