Greenwashing-Vorwürfe
Drei Konzerne ändern Etikette auf Plastikflaschen
22.10.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Verbraucherschützer hatten Alarm geschlagen – nun reagieren die Hersteller. Coca-Cola, Nestlé und Danone passen ihre Angaben auf Kunststoffflaschen an.
Die drei Lebensmittel- und Getränkekonzerne Coca-Cola, Nestlé und Danone haben sich verpflichtet, die Recycling-Angaben auf ihren Plastikflaschen zu korrigieren. Auslöser war eine Beschwerde des europäischen Verbraucherverbands Beuc aus dem Jahr 2023, der den Unternehmen sogenanntes Greenwashing vorgeworfen hatte. Das geht aus einer Mitteilung der EU-Kommission hervor.
Greenwashing
Unter dem Begriff „Greenwashing“ versteht man die Praxis von Unternehmen, die ihre Produkte als umweltfreundlicher darstellen, als sie eigentlich sind. Das Wort kann man aus dem Englischen als „Grün waschen“ übersetzen. Typische Formen des Greenwashings sind vage aussagen wie „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ ohne klare Definition, was das bedeutet. Manchmal erstellen Unternehmen auch eigene „Öko-Siegel“, die aber nicht unabhängig vergeben und kontrolliert werden.
Aufdrucke wie „Ich bin eine Flasche aus 100 % recyceltem Kunststoff“ sollen künftig durch den Zusatz „Ausgenommen Verschluss und Etikett“ ergänzt werden. Denn Deckel und Etiketten bestehen laut Beuc selten aus Recyclingmaterial. Außerdem fällt das Wort „nochmal“ aus dem Hinweis „Recycle mich nochmal“ heraus. Damit soll der Eindruck vermieden werden, eine Flasche sei bereits vor dem Kauf recycelt worden und könne beliebig oft wieder zu einer neuen Flasche verarbeitet werden.
Darüber hinaus darf der Gesamteindruck von Etiketten und Werbung nicht irreführend sein, etwa durch die Kombination mit anderen umweltbezogenen Aussagen oder Symbolen. Die Verpflichtungen gelten auch für digitale Marketingkampagnen auf Websites und in sozialen Netzwerken.
Plastikflaschen sind nicht gut für die Umwelt
Die Zusagen entstanden nach einem Dialog zwischen den Unternehmen, der EU-Kommission und dem Netzwerk „Consumer Protection Cooperation“ (CPC), einem Zusammenschluss nationaler Verbraucherschutzbehörden. Die Federführung lag bei der schwedischen Verbraucherbehörde und der ungarischen Wettbewerbsbehörde. Coca-Cola und Nestlé hatten ihre Gespräche im Juni 2025 beziehungsweise Februar 2026 abgeschlossen und bereits begonnen, die Verpflichtungen umzusetzen, insbesondere bei digitalen Kampagnen.
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, erklärte: „Wir müssen sicherstellen, dass in der EU tätige Unternehmen bei der Kennzeichnung ihrer Produkte transparent und fair vorgehen. Diese Verpflichtungen von Coca-Cola, Nestlé und Danone zeigen, dass der Dialog zwischen Unternehmen und den nationalen Verbraucherschutzbehörden zu Ergebnissen führt, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern zugutekommen und ihnen die nötigen Informationen für fundierte Entscheidungen liefern.“
Der Verbraucherverband Beuc begrüßte die Zusagen der Unternehmen. Beuc-Chef Augustín Reyna hatte zuvor erklärt: „Die Verbraucher müssen den Umweltversprechen der Unternehmen vertrauen können.“ Zu suggerieren, dass Plastikgetränkeflaschen keine Auswirkungen auf die Umwelt hätten, sei irreführend und müsse aufhören. Nun fordert der Verband, dass die Behörden die Einhaltung der Versprechen überprüfen: „Wir erwarten von den Behörden, dass sie überprüfen, ob alle drei Händler ihre Versprechen einhalten.“











