Berliner Architektur
Papageiensiedlung bald Welterbe: Diese Siedlungen sind es schon
Aktualisiert am 25.07.2026 – 13:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Welterbekomitee der Unesco tagt derzeit im südkoreanischen Busan. Auf der Tagesordnung steht auch ein Berliner Viertel.
Die Waldsiedlung Zehlendorf im Berliner Südwesten steht kurz vor der Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste. Das Welterbekomitee soll das Berliner Viertel am Montag im südkoreanischen Busan als Teil der Siedlungen der Berliner Moderne anerkennen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Bundesrepublik hatte das Wohnareal für die Welterbeliste nominiert.
Das Viertel nahe dem heutigen U-Bahnhof Onkel Toms Hütte entstand zwischen 1926 und 1932. Unter der Leitung der Architekten Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg wurden rund 1.100 Mehrfamilienhäuser sowie verschiedene Reihen- und Einfamilienhäuser errichtet. Seit 1995 steht das Ensemble unter Denkmalschutz.
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Bedeutsames Beispiel des Neuen Bauens
Bekannt ist die Siedlung auch unter dem Namen Papageiensiedlung: Die Fassaden sind durchgehend farbig gestaltet, Ostseiten in Gelb und Grün, Westseiten in Braun und Bordeauxrot. In den Jahren nach dem Bau stieß das Erscheinungsbild nicht überall auf Zustimmung. Ein Bezirksbürgermeister soll die Häuser damals als „Zigarrenkistenkunst, die nach Südamerika gehört“ bezeichnet haben.
Für die Unesco gilt die Waldsiedlung als bedeutsames Beispiel des Neuen Bauens. Sechs weitere Berliner Siedlungen aus dem frühen 20. Jahrhundert gehören bereits seit 2008 zum Welterbe. Sie werden als wegweisende Beispiele des sozialen Wohnungsbaus in Deutschland angesehen. Laut Unesco sind sie „Ausdruck politischer, sozialer, kultureller und technischer Fortschrittlichkeit“.
Welterbeliste: Diese Berliner Siedlungen stehen bereits drauf
Die Siedlungen sind zwischen 1913 und 1934 „als innovative Antwort auf die Wohnungsfrage in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichtet wurden“, heißt es zudem auf der Webseite der Unesco. Es handelt sich um die folgenden:
- Gartenstadt Falkenberg in Treptow
- Schillerpark-Siedlung im Wedding
- Großsiedlung Britz in Neukölln (Hufeisensiedlung genannt)
- Wohnstadt Carl Legien
- Weiße Stadt in Reinickendorf
- Großsiedlung Siemensstadt
Die Areale verbinden modernes Design und technische Innovationen, so die Unesco. Damit seien sie außergewöhnliche Beispiel eines neuen städtebaulichen und architektonischen Typus.










