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Home » Die Welt erschüttert wie kaum ein anderer
Panorama

Die Welt erschüttert wie kaum ein anderer

By zeit-heute.deJuli 21, 20263 Mins Read
Die Welt erschüttert wie kaum ein anderer
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Dschingis Khan schuf einst mit brutalster Gewalt ein Riesenreich, nach dem Morden sorgte der Herrscher der Mongolen für Stabilität und Sicherheit. Archäologe Matthias Wemhoff über einen Mann, der Schrecken und Staunen zugleich auslöst.

Dschingis Khan begann als Halbwaise in der mongolischen Steppe, später eroberten seine Krieger ein gigantisches Reich. Dafür nahm der Khan der Mongolen Millionen Tote in Kauf, seine Armeen verbreiteten Furcht und Schrecken, bis nach Europa. Der Name Dschingis Khan ist bis heute berüchtigt, aber zugleich auch bewundert: Denn der Herrscher begründete die Pax Mongolica mit Religionsfreiheit und einem fortschrittlichen Rechtssystem, wie Archäologe Matthias Wemhoff betont.

Wie bewerkstelligte Dschingis Khan seinen Aufstieg? Was machte seine Krieger so überlegen? Und inwiefern hatten die Eroberungszüge der Mongolen sogar Auswirkungen auf das Klima? Diese Fragen beantwortet Matthias Wemhoff, Mitautor des Buches „Dschingis Khan. Der Fürst des Unermesslichen“ im Gespräch.

t-online: Professor Wemhoff, 1995 kürte die „Washington Post“ Dschingis Khan zum „Mann des Jahrtausends“, einen Herrscher, der bei der Eroberung eines Weltreichs Millionen Menschen töten ließ. War das eine gute Wahl?

Matthias Wemhoff: Die Wahl von Dschingis Khan ist durchaus nachvollziehbar. Denn Dschingis Khan hat im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben und unsere Welt erschüttert wie kaum ein anderer. Die „Washington Post“ hatte es sich auch nicht leicht gemacht mit der Wahl. Denn Dschingis Khan hat beide Seiten der menschlichen Natur verkörpert: das Brutale und das Humanistische.

Begonnen hat Temüdschin, wie Dschingis Khan eigentlich hieß, als verarmte Halbwaise. Wie war ihm der Aufstieg zum Eroberer des bisher größten Landreichs der Geschichte möglich?

Dschingis Khan verfügte über entscheidende Eigenschaften. Da ist zunächst sein Charisma zu nennen, aber auch eine ungeheure Zielstrebigkeit. Nicht zu vergessen: Skrupel waren ihm offensichtlich fremd. Die „Geheime Geschichte der Mongolen“, die Hauptquelle über Dschingis Khan, schildert eine grausame Geschichte: Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Chasar tötete Dschingis Khan seinen Halbbruder Bekter. Nicht im Affekt, sondern es war eher ein gezielter Mordanschlag. Der Halbbruder war wohl ein Rivale.

Zur Person

Matthias Wemhoff, geboren 1964, ist Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin und Landesarchäologe von Berlin. Der Archäologe kuratierte zahlreiche Ausstellungen wie „Die Wikinger“ und „Schliemanns Welten“, im Fernsehen tritt er immer wieder als Moderator zu archäologischen und historischen Themen auf. Im Mai 2026 erschien Wemhoffs neues Buch „Dschingis Khan. Der Fürst des Unermesslichen“ (mit Gisela Graichen) im Verlag Propyläen.

Zartbesaitet war Dschingis Khan zeitlebens nicht, wie sich auch Ihrem gleichnamigen Buch über ihn entnehmen lässt.

Das konnte er sich auch gar nicht leisten. Unter den mongolischen Stämmen waren blutige Streitigkeiten an der Tagesordnung. Die Loyalität, und das nicht einmal immer, lag beim eigenen Stamm. Dschingis Khan gelang etwas vorher Unvorstellbares, er konnte alle nomadischen Stämme dieser Region auf sich einschwören. Das hatte niemand zuvor geschafft.

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