Neue Forschung zeigt
Diese Gewohnheiten lassen einen langsamer altern
21.10.2026 – 10:29 UhrLesedauer: 3 Min.
Forscher haben fünf Alltagsfaktoren identifiziert, die mit dem biologischen Alter zusammenhängen. Zwei davon überraschten.
Zwei Menschen mit demselben Geburtsjahr können körperlich, geistig, emotional und sozial sehr unterschiedlich leistungsfähig sein. Das liegt daran, dass das kalendarische Alter – also die Lebensjahre seit der Geburt – nicht sehr viel über das biologische Alter aussagt.
Um das biologische Alter leichter abschätzen zu können, hat ein Schweizer Forschungsteam fünf Lebensstilfaktoren identifiziert, die das sogenannte biofunktionale Alter beeinflussen. Das ist eine Unterkategorie des biologischen Alters, die die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Körpers beschreibt. Zu diesen Faktoren gehören Bewegung, Sexualleben, Körpergewicht, Schlaf und Raucherstatus. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.
Fünf Lebensstilfaktoren entscheiden über das biologische Alter
Für die Studie untersuchten Schweizer Forscher 312 Erwachsene ab 35 Jahren. Aus den Daten entwickelten sie einen einfachen Bewertungsindex auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten. Grundlage sind fünf Lebensstilfaktoren, die jeweils bis zu zwei Punkte einbringen:
- körperliche Aktivität mindestens dreimal pro Woche
- Zufriedenheit mit dem Sexualleben
- ein normales Körpergewicht (Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 22)
- sehr guter Schlaf
- nicht (mehr) rauchen
Der durchschnittliche Lebensstil-Index der Probanden lag bei 5,7 von 10 möglichen Punkten. Im Schnitt war das biofunktionale Alter 8,8 Jahre niedriger als ihr tatsächliches Lebensalter. Ein höherer Lebensstil-Index war in der Auswertung daher mit einem niedrigeren biofunktionalen Alter und demnach einer höheren Leistungsfähigkeit verbunden. In welchen Jahren der Mensch besonders schnell altert, hat eine andere Studie gezeigt.
Bewegung hat einen besonders starken Einfluss
Den stärksten Einzeleffekt zeigte dabei regelmäßige körperliche Aktivität. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen wöchentlich mindestens 150 bis 300 Minuten körperliche Aktivität von mäßiger Intensität. Auch ein normaler BMI stand in der Einzelauswertung im Zusammenhang mit einem niedrigeren biofunktionalen Alter. Für ein normales Körpergewicht ist neben Bewegung vor allem eine gesunde Ernährung wichtig.
Beim Rauchen ergab die Einzelauswertung ein unerwartetes Bild: Nichtrauchen war nicht mit einem niedrigeren biofunktionalen Alter verbunden. Die Autoren erklärten das damit, dass die wenigen aktiven Raucher in der Stichprobe im Schnitt jünger gewesen seien als ehemalige oder Nie-Raucher und das Ergebnis dadurch verzerrt worden sei. Im Gesamtindex trug Nicht-Rauchen dennoch zu einem niedrigeren biofunktionalen Alter bei. Andere Studien bringen Rauchen eindeutig mit einem beschleunigten Alterungsprozess in Verbindung.
Die Zufriedenheit mit dem Sexualleben, ein bislang wenig beachteter Faktor in der Altersforschung, zeigte ebenfalls einen deutlichen Zusammenhang mit einem niedrigeren biofunktionalen Alter. Die Schlafqualität wies hingegen allein keine statistisch bedeutsame Korrelation auf, war aber in Kombination mit den anderen Faktoren für den Gesamtindex wichtig.
Welchen Einfluss hat Alkohol?
Alkoholkonsum wurde in der Studie gesondert untersucht und letztlich nicht in den Index aufgenommen. Bei einer ersten Auswertung schien moderater Alkoholkonsum mit einem niedrigeren biofunktionalen Alter zusammenzuhängen. Als die Forscher die Bewertung so anpassten, dass vollständiger Verzicht die höchste Punktzahl erhielt, verschwand dieser Effekt. Die Autoren vermuten, dass der scheinbare Vorteil nicht am Alkohol selbst lag, sondern daran, dass moderate Trinker in der Stichprobe tendenziell ein höheres Einkommen und einen höheren Bildungsstand hatten – und aus anderen Gründen gesünder waren. Sie warnen ausdrücklich davor, daraus eine gesundheitsfördernde Wirkung von Alkohol abzuleiten. Denn Alkohol ist ein erwiesenes Gesundheitsrisiko.
Andere Studien haben auch gezeigt, dass kulturelle Aktivitäten das biologische Alter senken können – teilweise so gut wie körperliche Bewegung.












