Gespräche in Berlin
Merz: Deutsche Beteiligung an Ukraine-Frieden unverzichtbar
Aktualisiert am 14.04.2026 – 15:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Die von den USA vermittelten Verhandlungen über einen Frieden zwischen der Ukraine und dem Angreifer Russland stagnieren. Merz betont deutsche und europäische Interessen.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Forderung nach einer Beteiligung Deutschlands und Europas an einem Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland unterstrichen. „Ich gehe unverändert fest davon aus: Es wird keine Verabredungen mit Russland geben über die Köpfe der Europäer hinweg“, sagte der deutsche Regierungschef bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin. Europa müsse Teil des Friedensprozesses und Teil einer Friedensvereinbarung sein, fügte Merz hinzu.
Auch eine Teilnahme Deutschlands als mit Abstand größtem Unterstützer der Ukraine „ist für mich unverzichtbar“, so der Kanzler. Deutschland werde auch Teil des Aufbaus der Nachkriegsordnung in der Ukraine sein, sowohl in der Zusammenarbeit in Europa als auch in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Bundesrepublik werde selbstverständlich auch ihre wirtschaftlichen Interessen in der Ukraine wahrnehmen. Anlass für die Gespräche von Merz mit Selenskyj waren die ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin seit vielen Jahren.
Die US-Regierung wisse, dass Europa mit dabei sein müsse, „wenn sie die Unterschrift Europas unter welchem Abkommen auch immer haben will“, sagte Merz. Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand und einen Frieden in der Ukraine unter Vermittlung der USA treten seit Monaten auf der Stelle. Der Kanzler sagte, derzeit sei man dabei, ein weiteres Treffen zu organisieren, auch auf der Ebene der nationalen Sicherheitsberater. Die US-Seite sei „wie immer“ dazu eingeladen, daran teilzunehmen.
Selenskyj sagte laut offizieller Übersetzung vor dem Hintergrund der dreiseitigen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA, Kiew habe immer gesagt, „dass es natürlich nicht ohne Europa gehen kann“. Er spreche diese Frage in seinen Gesprächen immer wieder selbst an. Russland suche aber nach wie vor nach Gründen, um den Krieg nicht zu beenden.
Vor dem Hintergrund neuer Rüstungskooperationen mit Deutschland betonte Selenskyj zudem die Stärke der eigenen Rüstungsindustrie. „Der Großteil der Waffen, den die Ukraine für verschiedene Operationen nutzt – von Schlägen gegen das Hinterland über die Kämpfe an der Front bis hin zur Flugabwehr – wird heute in der Ukraine produziert“, sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Dabei seien die ukrainischen Produktionskapazitäten doppelt so groß. „Uns fehlt einfach das Geld, doch zum Teil haben wir heute darüber gesprochen“, sagte Selenskyj.











