Resistente Hypertonie
Wenn die übliche Therapie gegen Bluthochdruck versagt
02.04.2026 – 15:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Mitunter bleibt ein Bluthochdruck trotz sachgerechter Therapie bestehen. Eine Übersichtsarbeit zeigt, wie sich der Blutdruck in dem Fall dennoch senken lässt.
Bluthochdruck erweist sich bei etwa jedem zehnten Betroffenen als unempfindlich gegenüber den eigentlich bewährten Medikamenten. Fachleute empfehlen gegen eine solche resistente Hypertonie unter anderem einen veränderten Lebensstil und eine angepasste medikamentöse Therapie. Die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen hat ein Forschungsteam in einer aktuellen Übersichtsarbeit untersucht. Das Ergebnis lässt hoffen.
Die Untersuchung ergab, dass Menschen mit resistenter Hypertonie nicht allein auf ärztliche Maßnahmen angewiesen sind, sondern auch selbst zu einer Verbesserung ihres Blutdrucks beitragen können: Wer seinen Lebensstil konsequent verändert, kann die Blutdruckwerte messbar senken.
Auch eine salzarme Ernährung (mit weniger als 1.500 mg Kochsalz täglich) wirkt sich positiv auf den Blutdruck aus. Der empfohlene Verzicht auf Alkoholkonsum hat hingegen nur bei denjenigen Menschen einen blutdrucksenkenden Effekt, die für gewöhnlich mehr als zwei Gläser Alkohol pro Tag trinken.
Menschen mit resistenter Hypertonie haben häufig Begleiterkrankungen wie Adipositas, Diabetes, chronische Nierenerkrankungen und Schlafapnoe. Deren Behandlung kann ebenfalls Auswirkungen auf den Blutdruck haben: So senkt eine sachgerechte Therapie der Schlafapnoe die Werte um durchschnittlich fast 6 mmHg.
Die aktuelle Untersuchung bestätigt auch, dass Blutdrucksenker immer eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Bluthochdruck spielen. Menschen mit einer resistenten Form bekommen üblicherweise eine Kombination aus mehreren blutdrucksenkenden Wirkstoffen verordnet, oft ergänzt um das harntreibende Mittel Chlorthalidon. Das Forschungsteam weist aber darauf hin, dass sich ein anderes harntreibendes Mittel namens Spironolacton bei resistenter Hypertonie als wirksame Therapieoption anbietet.
Bei einem schwer therapierbaren Bluthochdruck ist es außerdem wichtig, andere – auch rezeptfreie – Medikamente ärztlich überprüfen zu lassen. Denn einige Wirkstoffe (wie etwa bestimmte Schmerzmittel oder Kortison) können den Blutdruck erhöhen und sollten daher nach Möglichkeit ersetzt werden.
In manchen Fällen kann bei einer resistenten Hypertonie auch ein minimalinvasiver Eingriff an den Nierennerven helfen, den Blutdruck weiter zu senken: Bei einer renalen Denervation werden Nerven an den Nierenarterien verödet, die an der Blutdruckregulation beteiligt sind.












