Kandidatur als FDP-Chef
Kubicki: „Dann gehe ich aufs politische Altenteil“
Aktualisiert am 24.04.2026 – 14:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Sollte er in der Wahl zum Parteichef unterliegen, sei Schluss mit der Politik, sagt Wolfgang Kubicki. Für seinen Kontrahenten um das Spitzenamt, Henning Höne, kann er sich derweil „weitere Aufgaben“ vorstellen.
Der Bewerber um den FDP-Vorsitz, Wolfgang Kubicki, kündigt im Falle einer Wahlniederlage auf dem Bundesparteitag seinen Rückzug aus der Politik an. „Sollte die Partei mich nicht wählen, akzeptiere ich das“, sagte Kubicki im t-online-Podcast „Tagesanbruch – die Diskussion“, der am Samstag erscheint. „Dann gehe ich tatsächlich auch mal aufs politische Altenteil, trinke mein Glas Wein und gucke mir die Entwicklung der Partei dann in Ruhe weiter an.“
Sollte er jedoch gewählt werden, wünsche er sich von seinem Kontrahenten Henning Höne eine tragende Rolle in der Partei. „Ich denke, ein Henning Höne mit einem starken Ergebnis aus der Landtagswahl im Rücken ist gesetzt in der Partei auch für weitere Aufgaben“, sagte er. „Ich würde mir wünschen, dass er, wenn er unterliegen sollte bei der Wahl – was ja möglich ist, um es freundlich zu formulieren –, als stellvertretender Bundesvorsitzende mir und der Partei erhalten bleibt, weil er eine wichtige Funktion hat.“
Kubicki tritt auf dem FDP-Parteitag Ende Mai für den Vorsitz der Liberalen an. Gegenkandidat ist der nordrhein-westfälische FDP-Chef Henning Höne. Der jetzige Parteichef Christian Dürr hat seinen Verzicht erklärt.
Über den möglichen Kurs der Partei und seine persönliche politische Ausrichtung sagte Kubicki im t-online-Podcast: „Ich bin nach wie vor ein Sozialliberaler. Das Problem ist nur, dass mir die Sozialdemokraten abhandengekommen sind, die zur Kategorie Willy Brandt, Helmut Schmidt, Sigmar Gabriel gehören, einschließlich Gerhard Schröder. Die Sozialdemokraten dieser Zeit gibt es einfach nicht mehr.“
Kubicki hält an seinem Ziel fest, die FDP wieder zu Zustimmungswerten von zehn Prozent oder mehr zu führen, das er in den vergangenen Tagen und Wochen an verschiedenen Stellen schon ausgegeben hatte. „Weniger als zehn Prozent wäre extrem unterambitioniert“, sagte Kubicki. „Wir haben 2017 und 2021 dokumentiert, dass das machbar ist.“
Im Falle eines Wiedereinzugs in den Bundestag sei für ihn auch eine Regierungsbeteiligung denkbar. Gerichtet an die eigene Partei sagte er: „Wer debattieren will, alleine mit sich selbst, kann das in der Friedrich-Naumann-Stiftung machen. Eine Partei wie die FDP muss den Willen haben, nicht nur stark im Parlament vertreten zu sein, sondern auch die Ideen, die wir haben, dann umzusetzen“, sagte er. Als mögliche Partner kämen für ihn eine „reformierte Union“ infrage, ebenso eine SPD, die Fortschritt wage und die „wieder stolz auf das Land“ sei.












