„Manche Männer reagieren irritiert“
Dorothee Bär spricht über Tabuthemen
05.11.2026 – 23:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Hitzewallungen, Schmerzen, Wechseljahre: Bundesministerin Dorothee Bär spricht offen über Themen, die vielen unangenehm sind. Dabei hat sie ein klares Ziel.
Seit Mai 2025 ist Dorothee Bär (CSU) Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Frauengesundheit hat sie zu einem ihrer Schwerpunkte gemacht, denn das Thema liegt ihr sehr am Herzen – beruflich wie privat. Sie sei in einem Vier-Generationen-Haus aufgewachsen, „in dem wir offen über vieles gesprochen haben. Das hat mich geprägt“, erzählte die Politikerin jetzt im Interview mit der „Apotheken Umschau“.
Auch bei ihr zu Hause setze sie dies fort. „Ich habe zwei Töchter und einen Sohn – und das Thema geht alle gleichermaßen an“, betonte Doro Bär. Sie wolle Endometriose, Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden und unerfüllten Kinderwunsch auch „gesellschaftlich enttabuisieren“. Denn gesprochen werde darüber viel zu wenig.
„Frauengesundheit ist keine reine Privatsache“
„Wenn ich beispielsweise Hitzewallungen thematisiere, reagieren manche Männer irritiert“, berichtete die 48-Jährige. Dabei befinden sich in Deutschland ihr zufolge ständig rund neun Millionen Frauen in den Wechseljahren, „etwa 80 Prozent davon leiden unter Beschwerden, jede Dritte muss ihren Alltag und ihr Leben danach ausrichten – bis hin zur Berufsunfähigkeit“.
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Oft wird darüber geschwiegen. Für Doro Bär steht allerdings fest: „Frauengesundheit ist keine reine Privatsache, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Es braucht deshalb auch mehr Verständnis und Unterstützung seitens der Arbeitgeber.“ Frauen hätten über Generationen hinweg gelernt, Schmerzen auszuhalten. Doch nur weil sie früher leiden mussten, „heißt das doch nicht, dass wir das heute genauso hinnehmen müssen“, so die Politikerin.
Ihr Ministerium stellt 21 Millionen Euro für die Erforschung der Wechseljahre bereit, insgesamt sollen in dieser Legislaturperiode rund 90 Millionen Euro in die Frauengesundheit fließen. Kürzungen schließt Doro Bär trotz Sparzwang aus. Ihr Ziel bleibt ein gesellschaftliches Umdenken: „Frauen dürfen nicht das Gefühl haben, sich in bestimmten Lebensphasen unsichtbar machen zu müssen.“












