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Home » BYD bringt erste E-Autos schon 2027 auf die Straße
Mobilität

BYD bringt erste E-Autos schon 2027 auf die Straße

By zeit-heute.deSeptember 16, 20263 Mins Read
BYD bringt erste E-Autos schon 2027 auf die Straße
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Hersteller kündigt Durchbruch an

Neue Batterietechnik ab 2027: Sollten Autokäufer jetzt warten?


16.09.2026 – 11:06 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Die Feststoffbatterie kommt: Sie ist sicherer und ermöglicht höhere Reichweiten. (Quelle: IMAGO/Udo Herrmann)

Mit einer völlig neuen Zellchemie will BYD die Elektromobilität revolutionieren. Die ersten Fahrzeuge kommen früher als erwartet auf die Straße. Was das für Autokäufer bedeutet.

Der chinesische Auto- und Batteriekonzern BYD hat seine Pläne für die nächste Generation von Batterien konkretisiert und erhöht damit den strategischen Druck auf die europäische Konkurrenz. Ab 2027 will das Unternehmen erste Fahrzeuge mit einer eigenen Feststoffbatterie auf die Straße bringen, allerdings zunächst nur in kleinen Stückzahlen.

Stella Li, Vizepräsidentin von BYD, bestätigte diesen Zeitplan bei einer Veranstaltung im spanischen Valencia. Die ersten Fahrzeuge sollen vor allem im Realbetrieb zeigen, ob die neue Speichertechnik im Alltag zuverlässig funktioniert.

Damit rückt eine Technologie näher, die in der Automobilindustrie seit Jahren als möglicher Durchbruch für die Elektromobilität gilt. Feststoffbatterien versprechen eine höhere Energiedichte, kürzere Ladezeiten und ein verbessertes Sicherheitsniveau. Doch der Weg von der Laborzelle zur bezahlbaren Großserie bleibt schwierig.

Mehr Energiedichte, mehr Reichweite im Test

BYD forscht seit Jahren an sulfidbasierten Feststoffakkus. Bestimmte Sulfid-Elektrolyte gelten aufgrund ihrer hohen Leitfähigkeit als vielversprechend für leistungsfähige Fahrzeugbatterien.

Die technologischen Zielwerte der neuen Zellchemie sind ambitioniert:

  • BYD gibt für seine Zellen eine Energiedichte von rund 400 Wattstunden pro Kilogramm an. Dieser Wert liegt deutlich über den aktuellen Werten von Lithium-Eisenphosphat-Zellen.
  • Ein erster Versuchsträger erreichte im chinesischen CLTC-Messzyklus eine Reichweite von 1.218 Kilometern. Im europäischen WLTP-Verfahren dürfte der vergleichbare Wert niedriger ausfallen. Der Abstand zu aktuellen Serienakkus wäre dennoch erheblich.

Warum die Serienfertigung schwierig bleibt

Die Sulfidtechnik bringt spezifische physikalische und chemische Probleme mit sich. So reagieren die Elektrolyte beispielsweise empfindlich auf Feuchtigkeit. Bei Kontakt mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit können sie giftigen Schwefelwasserstoff bilden. Daher ist für die Produktion eine sehr trockene und kontrollierte Umgebung erforderlich.

Zudem benötigen einige Feststoffzellen-Architekturen im Betrieb mechanischen Druck, um die Stabilität der inneren Grenzflächen zu gewährleisten. Dadurch werden die Zellfertigung und die Integration in den Fahrzeugboden komplexer.

Deshalb bedeutet der Beginn der Serienfertigung nicht automatisch eine breite Verfügbarkeit. Laut mehreren Branchenquellen wird BYD zunächst eine Testflotte von rund 1.000 Demonstrationsfahrzeugen einsetzen.

Erst die Luxusklasse, dann der Massenmarkt

Erstmal für die teuren Autos: BYD-Vize Stella Li kündigt den Start der Feststoffbatterie an.Vergrößern des Bildes
Vorerst für die teuren Autos: BYD-Vize Stella Li kündigt den Start der Feststoffbatterie an. (Quelle: IMAGO/Massimo Paolone/LaPresse)

BYD plant den schrittweisen Übergang. Der wirtschaftliche Fahrplan sieht vor, die teure Technologie zunächst in hochpreisigen Baureihen anzubieten. In den Modellen der Luxusmarken Yangwang und Denza lassen sich die hohen anfänglichen Batteriekosten leichter über den Fahrzeugpreis auffangen. Ein breiter Einsatz in günstigeren Volumenmodellen wird in der Industrie erst gegen Ende des Jahrzehnts erwartet.

Staatliche Milliardenprogramme treiben den Wettlauf

BYD entwickelt die neue Zellchemie nicht isoliert. China unterstützt den Aufbau einer nationalen Feststoffbatterie-Industrie mit staatlichen Forschungsinitiativen. Für ein entsprechendes Gemeinschaftsprojekt stehen umgerechnet mehr als 770 Millionen Euro bereit. An dem Konsortium sind mehrere führende chinesische Unternehmen beteiligt, darunter der Batteriegigant CATL, der Autobauer BYD sowie die Konzerne FAW, SAIC und Geely.

Das senkt die Entwicklungsrisiken und beschleunigt den Aufbau einer industriellen Lieferkette. Zudem kontrolliert BYD weite Teile seiner Wertschöpfungskette selbst: von der Batterietechnik über die eigene Zellfertigung bis hin zum fertigen Auto. Durch diese vertikale Integration kann BYD neue chemische Entwicklungen oft schneller in fahrbereite Prototypen integrieren als klassische Fahrzeughersteller mit stark ausgelagerten Lieferketten.

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