Auch Diesel immer teurer
Benzinpreis eilt von Rekord zu Rekord
Aktualisiert am 16.09.2026 – 10:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Tanken wird immer teurer. Nachdem gestern um 12 Uhr bereits teils Werte von mehr als drei Euro pro Liter aufgerufen wurden, steht nun der Tagesdurchschnitt fest.
Der Preis für Superbenzin der Sorte E10 hat am gestrigen Dienstag im bundesweiten Tagesschnitt den Rekordstand von 2,30 Euro pro Liter erreicht, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Das ist ein Anstieg von 1,4 Cent im Vergleich zum Montag und der vierte Rekordwert in Folge. Kurz nach 12 Uhr betrug der Preis am gestrigen Dienstag für einen Liter bis zu 3,34 Euro.
Auch Diesel verteuerte sich erneut: 2,422 Euro pro Liter sind ein Cent mehr als am Vortag. Damit schmilzt auch der Abstand zum bisherigen Rekord von 2,447 Euro pro Liter aus dem April immer weiter. Beide Kraftstoffe haben seit Ende August wieder kräftig angezogen. Würde man die aktuellen Preise allerdings um die allgemeine Inflation bereinigen, lägen sie ein gutes Stück unter früheren Rekorden.
Ob es mit den Preisen weiter zügig nach oben gehen wird, ist aktuell nicht klar. Erste Spritpreiswerte vom Mittwochmorgen auf dem Portal „Tankerkönig“ lagen leicht über den Werten zur gleichen Zeit des Vortags. Rohöl war dagegen am Morgen etwas billiger.
So viel teurer ist eine Tankfüllung
Im Vergleich zu der Zeit vor dem Beginn des Iran-Krieges ist der Anstieg allerdings enorm: Am letzten Tag vor Kriegsausbruch war Super E10 um gut 52 Cent billiger als aktuell, bei Diesel macht der Unterschied sogar fast 68 Cent pro Liter aus. Auf eine Tankfüllung von 50 Litern umgerechnet sind das 26 beziehungsweise 34 Euro.
Der Preis für Rohöl ist typischerweise der wichtigste Treiber für Änderungen beim Spritpreis. Hinzu kommen aber auch andere Faktoren wie Transport- und Raffineriekapazitäten. Zudem ist der Preis für Diesel typischerweise krisenanfälliger – weswegen der Kraftstoff derzeit auch mehr kostet als Benzin, obwohl er niedriger besteuert wird.
Regional und je nach Art der Tankstelle können die Preise deutlich abweichen. Zudem schwankt der Preis im Tagesverlauf stark. Nach dem Preissprung am Mittag sind die Kraftstoffe meist mehr als 20 Cent teurer als unmittelbar davor. Am Nachmittag fallen sie dann in der Regel rasch wieder, bis sie am späten Vormittag üblicherweise ihr Tagestief erreichen.
Debatte um Entlastungen
Angesichts der hohen Spritpreise wird aktuell wieder vermehrt über mögliche Entlastungen debattiert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat jüngst Entlastungen angekündigt. Die konkreten Maßnahmen bleiben aber vorerst offen. Einer Übergewinnsteuer erteilte der Kanzler allerdings eine Absage.
Die SPD fordert diese Maßnahme dagegen, um mit den Gewinnen daraus die Bürger zu entlasten. Zudem spricht sie sich für einen Spritpreisdeckel ähnlich wie in Belgien oder Luxemburg aus. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist allerdings gegen einen Deckel, wie jüngst aus Ministeriumskreisen zu erfahren war. Sie schlägt vor, bestimmte Bevölkerungsgruppen gezielt über einen Direktzahl-Mechanismus zu entlasten.












