Auswertung zeigt Kostenfalle
Kleiner Irrtum kostet Autokäufer viel Geld
15.09.2026 – 18:20 UhrLesedauer: 4 Min.
Hohe Laufleistungen gelten als Risiko beim Kauf eines Gebrauchtwagens. Doch eine gute Wartung zählt oft mehr als der Tachostand. Fünf Modelle, die sich im Alter richtig lohnen.
Viele Gebrauchtwagenkäufer meiden Autos mit mehr als 100.000 Kilometern auf dem Tacho. Genau diese psychologische Grenze kann jedoch den Kauf unnötig verteuern. Denn bei robusten Langstreckenmodellen entstehen oberhalb dieser Marke oft die interessantesten Preisfenster.
Eine aktuelle Auswertung des Online-Automarkts AutoScout24 zeigt, ab welchen Laufleistungen beliebte Modelle deutlich günstiger werden. Grundlage der Auswertung sind Inserats- und Preisdaten von Januar bis Juli 2026. Sie wurden mit den Daten von Fahrzeugen knapp unterhalb der 100.000-Kilometer-Marke verglichen.
Dabei zeigt sich: Je nach Modell liegt das auffällige Sparfenster bei 130.000 bis 160.000 Kilometern.
Das Sparpotenzial im Vergleich
| Modell | Auffälliges Preisfenster | Durchschnittlicher Angebotspreis | Ersparnis ggü. Laufleistung unter 100.000 km |
|---|---|---|---|
| Skoda Octavia Combi | ab 130.000 km | rund 15.000 Euro | rund 2.800 Euro |
| VW Passat Variant B8 | ab 140.000 km | rund 14.100 Euro | rund 2.900 Euro |
| Toyota Auris Hybrid | ab 140.000 km | rund 12.900 Euro | rund 2.800 Euro |
| Toyota Corolla Hybrid | ab 140.000 km | rund 17.000 Euro | rund 2.300 Euro |
| BMW 520d F10/F11 | ab 150.000 km | rund 16.600 Euro | rund 2.400 Euro |
| Mazda 6 Kombi | ab 150.000 km | rund 15.400 Euro | rund 3.600 Euro |
Grundsätzlich gilt: Ein Fahrzeug, das überwiegend auf langen Strecken gefahren und regelmäßig nach Herstellervorgaben gewartet wurde, kann technisch in einem besseren Zustand sein als ein Auto mit geringerer Laufleistung, das ausschließlich im Stadtverkehr fuhr. Der Kilometerstand allein sagt nämlich wenig über den tatsächlichen Zustand aus. Welche Details auf das Fahrprofil des Fahrbesitzers hinweisen, erfahren Sie weiter unten.
Hier sind die fünf Modelle im Schnell-Check.
Skoda Octavia Combi: Preisvorteil bereits ab 130.000 Kilometern

Der Skoda Octavia Combi der Baureihe 5E auf Golf-Basis ist vor allem beliebt wegen seines großen Platzangebots. Er teilt sich die Technik mit dem VW Passat. Empfehlenswert sind Fahrzeuge aus dem Zeitraum Februar 2013 bis Dezember 2019 mit dem 150 PS starken 2,0-Liter-TDI der Motorbaureihe EA 288. Der Preis sinkt beim Octavia mit steigender Laufleistung recht gleichmäßig. Ab 130.000 Kilometern wird der Kombi mit einem durchschnittlichen Angebotspreis von rund 15.000 Euro besonders interessant.
Checkliste für den Kauf:
- Motorperipherie: Wie beim Passat sind die Nachweise für den Tausch von Zahnriemen und Wasserpumpe wichtig.
- Fahrwerk: Bei der Probefahrt über unebenes Pflaster auf polternde oder knarzende Geräusche von der Vorderachse achten (Hinweis auf verschlissene Lager an den Querlenkern).
- Elektronik: Den Infotainment-Bildschirm prüfen. Agiert er ohne Berührung oder setzt er Eingaben selbstständig um („Ghost-Touch“), können Reparaturen teuer werden.
VW Passat Variant B8: Preisvorteil ab 140.000 Kilometern

Beim Passat Variant der Baureihe B8 sind vor allem Fahrzeuge aus dem Zeitraum November 2014 bis Mai 2019 mit dem 150 PS starken 2,0-Liter-TDI der Motorbaureihe EA 288 interessant. Besonders empfehlenswert sind Varianten mit nachweislich gewartetem Direktschaltgetriebe. Bei ölbadgekühlten DSG-Getrieben ist ein regelmäßiger Ölwechsel entscheidend. Ab 140.000 Kilometern fällt der Preis spürbar auf durchschnittlich rund 14.100 Euro.












