Besuch auf Baustelle
Büros leer, Wohnungen knapp – jetzt zahlt der Staat eine Prämie
Aktualisiert am 30.06.2026 – 14:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Was wird aus dem ehemaligen Kaufhaus in der Fußgängerzone? Oder aus dem ungenutzten Büroturm? Das Bauministerium hat eine neue Förderung aufgesetzt.
Deutschland braucht dringend mehr Wohnraum. Bauministerin Verena Hubertz hat ein neues Förderprogramm aufgesetzt, mit dem neue Wohnungen geschaffen werden sollen. Dafür fördert der Staat nun den Umbau leerstehender Büro- und Gewerbeflächen.
Ab Mittwoch können Bauherren bis zu 30.000 Euro Fördergeld pro neu entstandener Wohneinheit beantragen. „Wir stellen 300 Millionen Euro bereit, um ungenutzten Büro- und Gewerbeimmobilien eine zweite Chance zu geben“, sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Die Förderung fließt als Zuschuss, der Deckel liegt bei 300.000 Euro je Investor.

Für die Vorstellung des Programms hat Hubertz einen passenden Ort gewählt: ein ehemaliges Gebäude des Berliner Rundfunks in der Mitte Berlins, das heute leersteht. Dort baut die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) derzeit Teile des Gebäudes in Wohnraum um, insgesamt 30 Wohnungen für Bundesbedienstete sollen dort entstehen. Künftig werden hier Menschen zu bezahlbaren Preisen leben können, sagte Hubertz.
„Gebäude, die einmal voller Leben waren“
Hubertz hatte das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ schon im April angekündigt, nun ist es startklar. Mehr als zwölf Millionen Quadratmeter Büroflächen stehen leer, sagte sie. Wenn diese genutzt werden, spare das Ressourcen und bringe neues Leben in die Zentren. Es gehe dabei nicht nur um leere Läden und Büros, sondern auch andere Gebäude, etwa eine alte Dorfgrundschule. „Das sind Gebäude, die einmal voller Leben waren, und nun stillstehen, während so viele Menschen nach Wohnraum suchen.“
Eine Vorgabe, für wie viel Geld die Wohnungen später vermietet werden dürfen, sieht das Programm nicht vor. Hubertz zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass auf diese Weise bezahlbarer Wohnraum entsteht. Die Förderung sei auf 100.000 Euro förderfähige Ausgaben gedeckelt. Dadurch werde sichergestellt, dass man keine Penthäuser subventioniere, so Hubertz.

Die SPD-Politikerin betonte, dass man mit dem Förderprogramm drei Ziele verfolge: Kampf gegen Leerstand, Schaffung bezahlbaren Wohnraums und die energetische Weiterentwicklung von Gebäuden. Klar sei aber, dass das Förderprogramm nur ein Baustein sein könne. „Denn wir haben natürlich einen wahnsinnigen Rückstau beim Thema bezahlbares Wohnen.“ Auch andere Instrumente, etwa der Bauturbo, sollen nun dabei helfen, dass die Umwidmung von Gewerbe zu Wohnraum schneller vorangehe, sagte die SPD-Ministerin. Der 2025 eingeführte Bauturbo erlaubt verkürzte Genehmigungsverfahren.











