Dobrindt sieht professionelle Täter am Werk
Solche hybriden Bedrohungslagen müssten sehr professionell vorbereitet und umgesetzt werden, sagte Dobrindt. Man brauche dafür ein hohes Maß an Technikerfahrung, auch Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff müsse vorhanden sein.
„Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen“, so Dobrindt. Man bereite sich auf „mögliche weitere Bedrohungsszenarien“ vor.
„Es ist aus der jetzigen Erkenntnis so, dass wir davon ausgehen müssen, dass dieser Sprengstoff militärischer Sprengstoff ist“, sagte er später in den ARD-„Tagesthemen“.
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte im ZDF-„heute journal“: „Das ist nicht der Kauf einer Drohne in einem Baumarkt. Ja, kein Amateurhandel, das kann man klipp und klar sagen. Und deswegen ist das eine Möglichkeit, dass hier Fremdenmächte am Werk waren.“
Motivation laut Behörden noch unklar
Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) übernahmen die Ermittlungen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb sei auch das PTAZ im Einsatz, hieß es.
Der sächsische Generalstaatsanwalt Wolfgang Schwürzer sagte: „Aufgrund dieser möglichen Bedeutung für die Sicherheit einer kritischen Infrastruktur werden die Ermittlungen eben mit höchster Priorität geführt.“ Alle strafrechtlichen Hintergründe, „einschließlich eines extremistischen oder terroristischen Motivs“ würden geprüft. Es sei aber unseriös, sich derzeit auf eine bestimmte Motivation festzulegen, betonte Schwürzer.
Suche nach möglicher zweiter Drohne
Alle Spekulationen über die Art des Sprengstoffs, die Konstruktion der Drohne, ihre Herkunft und die Frage, wer dahinterstecke, seien jetzt Teil der Ermittlungen, so Dobrindt. „Alle Spekulationen, die es darüber gibt, müssen nicht in die richtige Richtung gehen, können einfach grundfalsch sein.“ Man müsse in alle Richtungen ermitteln.
Schuster sagte, es werde noch nach Teilen der möglichen zweiten Drohne gesucht. Es handele sich um einen ersten kapitalen Vorfall, wo man davon sprechen könne: „Die Gefahrenlage ist nicht mehr abstrakt, sie ist hoch“. Auch Dobrindt sprach von einer hohen Bedrohungslage.
Unternehmen Antonow hat Basis am Flughafen Leipzig/Halle
Das ukrainische Luftfahrtunternehmen Antonow errichtet derzeit am Flughafen Leipzig/Halle einen neuen Wartungshangar. Der Bau soll in der ersten Jahreshälfte 2027 fertiggestellt werden. Die Ukrainer sind schon seit 2006 mit einer Wartungsbasis am Flughafen vertreten. Infolge des russischen Angriffskriegs haben sie ihre Flotte komplett dorthin verlegt. Sechs Maschinen sind hier stationiert.











