Pleite in Franken
Bierhändler rutscht in die Insolvenz
14.04.2026 – 12:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschlands Biermarkt schrumpft. Die Generation Z verschmäht das Getränk. Nun trifft die Krise das Unternehmen Bierothek und ein ganz besonderes Geschäftsmodell.
Die Krise auf dem Biermarkt erfasst das nächste Unternehmen. Die Bierhandelsplattform Bierothek mit Standorten in München und Bamberg musste Insolvenz anmelden. Betroffen sind demnach die Bierothek GmbH und die Bierothek Marketplace GmbH.
Die Bierothek-Gruppe war in den vergangenen Jahren vor allem als Online-Marktplatz für Bier aktiv. Angeboten wurden etwa nationale und internationale Brauspezialitäten. Dabei lag der Schwerpunkt vor allem auf dem lukrativen Mark der sogenannten Craft-Biere, jenen Sorten also, die von kleinen Bierstartups betrieben werden.
Sorgen bereiten den Brauereien vor allem die Generation Z. Die Millennials zeichnen sich durch ein verändertes Konsumverhalten aus, Alkohol wird meist geschmäht. So wachsen auf dem Biermarkt derzeit maßgeblich alkoholfreie Sorten wie etwa „Kosmonaut“ des Supermarkts Rewe.
Laut statistischen Erhebungen sank der Bierabsatz in Deutschland im Vorjahr um 6 Prozent auf insgesamt 7,8 Milliarden. Alkoholfreie Biere machten nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) erstmals mehr als zehn Prozent am Bierumsatz aus. Die Zahl der Brauereien fiel 2025 auf 1.415, ein Minus von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Geert Swaanenburg, Deutschland-Chef der niederländischen Welt-Brauerei Heineken, beschrieb die Lage im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ auf dem umkämpften deutschen Markt zuletzt so: „In Deutschland haben wir eigentlich osteuropäische Preise mit westeuropäischen Kosten.“
Beim fränkischen Bierbroker Bierothek setzte das Amtsgericht in Bamberg jetzt einen Insolvenzverwalter ein. Geprüft werden soll, ob eine Sanierung oder Fortführung möglich ist.












