Ermittlungen wegen Insolvenzstraftaten
Berliner Politiker tritt nach wenigen Wochen schon wieder zurück
Aktualisiert am 26.05.2026 – 18:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Kaum im Amt, schon wieder draußen: Berlins Digitalisierungs-Staatssekretär Matthias Hundt hat seinen Rücktritt erklärt. Gegen den Politiker wird wegen Insolvenzstraftaten ermittelt.
Berlins Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, tritt zurück. Der CDU-Politiker bat den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner am Dienstag um seine Entlassung. Zuvor war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Dresden gegen Hundt wegen des Verdachts auf Insolvenzstraftaten ermittelt.
Nach Recherchen von MDR und rbb steht der Verdacht im Raum, dass im Zusammenhang mit Hundts früherem Unternehmen „SDC Sachsen Digital Consulting GmbH“ Sozialversicherungsbeiträge nicht gezahlt worden sein könnten. Zudem werde wegen möglicher Insolvenzverschleppung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft wollte mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Details zu den Ermittlungen nennen.
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Anwalt weist Vorwürfe zurück
In einer persönlichen Erklärung sprach Hundt von einer „Medienkampagne“, die für ihn und seine Familie zu einer „unerträglichen Belastung“ geworden sei. Hundts Anwalt wies die Anschuldigungen zurück. Sein Mandant habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Man erhalte von der Staatsanwaltschaft bislang keine konkreten Informationen zu möglichen Tatvorwürfen.
Die „SDC Sachsen Digital Consulting GmbH“ war 2025 in Insolvenz geraten. Auch zwei weitere Unternehmen, an denen Hundt beteiligt war, gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die „HuBroCo GmbH“ wurde nach Angaben des Amtsgerichts Dresden mangels Masse nicht mehr für ein Insolvenzverfahren zugelassen. Gegen die „Humboldt Capture Germany GmbH“ läuft ebenfalls ein Insolvenzverfahren.
Wegner stellte Hundt als Digitalexperten vor
Hundt war erst Mitte März zum Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung in Berlin berufen worden. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hatte Hundt als erfahrenen Digitalisierungsexperten vorgestellt. Aus der Senatskanzlei hieß es damals, Hundt bringe umfangreiche Erfahrung für die Modernisierung der Berliner Verwaltung mit. Nach Angaben der Berliner Senatskanzlei seien die laufenden Ermittlungen dort vor den Medienberichten nicht bekannt gewesen.











