Ihm wird Landesverrat vorgeworfen
Ex-BND-Chef Hanning hat offenbar Krebs
29.10.2026 – 15:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Der frühere Geheimdienstpräsident August Hanning befindet sich seit fast drei Wochen in Untersuchungshaft. Jetzt werden neue Details bekannt.
Seit dem 6. Oktober sitzt der frühere BND-Präsident August Hanning in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Münster in Untersuchungshaft. Der 80-Jährige wurde in seinem Haus in Nordrhein-Westfalen verhaftet. Die Generalbundesanwaltschaft wirft ihm Landesverrat, das Auskundschaften von Staatsgeheimnissen sowie geheimdienstliche Agententätigkeit vor.
Wie die „Welt“ unter Berufung auf mehrere mit den Ermittlungen vertraute Personen berichtet, leidet Hanning zudem an einer schweren Erkrankung: Demnach erhielt er vor rund einem Jahr die Diagnose Leukämie. Eine Behandlung soll bereits begonnen haben. Nähere Details sind nach Angaben der Zeitung nicht bekannt.
Einzelhaft, eine Stunde Freigang, kein warmes Wasser
Hanning sitzt der „Welt“ zufolge in Einzelhaft. Einen Stunde Freigang pro Tag ist gesetzlich für Untersuchungshäftlinge vorgeschrieben. Die JVA Münster, in der er untergebracht ist, gilt dabei als eine der ältesten und marodesten Haftanstalten Deutschlands – sie ist über 170 Jahre alt. JVA-Leiter Carsten Heim räumte gegenüber dem WDR ein, dass es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Wasserrohrbrüchen und Problemen mit der Elektrik gekommen sei.
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Die Gefangenen leben demnach in kleinen Zellen ohne abgetrennte Toiletten – warmes Wasser gibt es nicht. 2016 musste das Gebäude wegen Einsturzgefahr zeitweise evakuiert werden. Ein Neubau am Stadtrand soll Ende 2027 fertiggestellt werden.
Vorwurf: 2.000 Geheimdokumente aus dem BND
Im Kern des Falls steht dem Ermittlungsstand zufolge ein ehemaliger BND-Mitarbeiter namens Manfred D. Er soll seinem früheren Chef Hanning mindestens seit 2022 gegen Bezahlung streng geheime Informationen aus der Behörde zugespielt haben – insgesamt sollen rund 2.000 Dokumente übermittelt worden sein.
Hannings Anwalt bestätigte inzwischen, dass sein Mandant im Besitz vertraulicher Unterlagen war. Er wies die zentralen Vorwürfe jedoch zurück: „Unzutreffend ist allerdings der Vorwurf, er habe darin enthaltene Informationen zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland – geschweige denn gegen Bezahlung – weitergegeben. Die weiteren Ermittlungen werden das zeigen.“ Hanning werde zu Unrecht verfolgt.
Umfeld stellt Verhältnismäßigkeit infrage
Aus dem Umfeld des 80-Jährigen wird die Verhältnismäßigkeit der Untersuchungshaft in Frage gestellt. Die Haft sei dem Vernehmen nach mit Verdunklungsgefahr begründet worden – doch Hannings Unterstützer sehen dafür keine Grundlage. Hanning habe nach Hausdurchsuchungen im September bereits damit rechnen müssen, dass die Ermittler die Dokumente finden würden, sei aber weder geflohen noch habe er die Zusammenarbeit verweigert.
Weder die JVA Münster noch das NRW-Justizministerium wollten sich gegenüber der „Welt“ zu den konkreten Haftbedingungen äußern. Auch die Bundesanwaltschaft machte zu dem Einzelfall keine Angaben.












