Statistisches Bundesamt
Kommunale Schulden um knapp zehn Prozent gestiegen
Aktualisiert am 29.10.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 1 Min.
4.907 Euro pro Kopf: Das Defizit der Kommunen ist vergangenes Jahr weiter gewachsen. Die Belastung ist regional sehr unterschiedlich verteilt.
Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland sind vergangenes Jahr um knapp zehn Prozent gestiegen. Der Anstieg betrug 9,9 Prozent, im Vorjahr waren es 6,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zum Jahresende 2025 errechnete das Bundesamt ein kommunales Schuldenvolumen von insgesamt 378,9 Milliarden Euro oder 4.907 Euro pro Kopf.
Es handelt sich um die sogenannten integrierten kommunalen Schulden, zu denen neben den Kernhaushalten auch die Schulden der Extrahaushalte und sonstigen öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen gezählt werden.
Der Anstieg sei wie im Vorjahr vor allem auf den deutlichen Schuldenaufbau der kommunalen Kern- und Extrahaushalte von 15,5 beziehungsweise 14,7 Prozent zurückzuführen. Hier lief 2025 im zweiten Jahr in Folge ein Rekorddefizit auf, wie das Bundesamt bereits im April mitgeteilt hatte. Die Schulden der Beteiligungen an Fonds, Einrichtungen und Unternehmen wuchsen den Angaben zufolge um 4,5 Prozent.
Höchste Verschuldung in Hessen errechnet
Die höchste Verschuldung wiesen mit 6.763 Euro pro Kopf Gemeinden und Gemeindeverbände in Hessen auf. Es folgten die saarländischen Kommunen mit 6.408 Euro pro Kopf. Die geringsten Schuldenniveaus pro Kopf wiesen laut Bundesamt Ende 2025 die Kommunen in Brandenburg (2.733 Euro), Sachsen (3.338 Euro) und Thüringen (3.692 Euro) auf.
Die integrierten kommunalen Schulden stiegen 2025 in allen Bundesländern, am meisten in Niedersachsen (plus 13,3 Prozent) und in Baden-Württemberg (plus 13,1 Prozent). Den geringsten Anstieg verzeichneten die Kommunen im Saarland mit 2,3 Prozent und Thüringen mit 2,9 Prozent.












