Rückhalt für Merz schwindet
Neue Umfragen: AfD baut Vorsprung zur Union aus
Aktualisiert am 12.05.2026 – 18:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Zustimmung zur AfD wächst einer Umfrage zufolge weiter. Die Union und der Kanzler selbst verlieren – genau wie die Zustimmung zur sogenannten Brandmauer.
Die AfD baut in einer Wahlumfrage des Yougov-Instituts ihren Vorsprung zur Union aus. Die stärkste Oppositionspartei im Bundestag legt gegenüber dem Vormonat demnach um einen Prozentpunkt auf 28 Prozent zu – CDU/CSU rutschen um einen Punkt ab und liegen mit 22 Prozent so niedrig wie in bei YouGov seit September 2021 nicht mehr. Der Vorsprung der AfD hat sich damit auf sechs Punkte vergrößert.
Weniger Bewegung sieht das Forsa-Institut – allerdings auch nur im engeren Zeitraum seit vergangener Woche: Im RTL-/ntv-Trendbarometer verharrt die AfD bei 27 Prozent und die Union bei 22 Prozent.
Friedrich Merz verliert weiter an Zustimmung
Die SPD liegt bei YouGov gleichauf mit den Grünen bei 13 Prozent, bei Forsa mit 12 Prozent hinter den Grünen mit 15. Die Linke kommt jeweils auf 11 Prozent. FDP und BSW wären im theoretischen Fall einer derzeitigen Wahl weiterhin nicht im Bundestag vertreten.
Die Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz bewerten 15 Prozent der Befragten in der YouGov-Umfrage als gut – und damit fünf Prozentpunkte weniger als im April. Besonders stark fällt der Rückgang bei den Anhängern von CDU/CSU sowie der SPD aus. Eine deutliche Mehrheit aller Befragten (81 Prozent) hält die Arbeit des Kanzlers für schlecht, sechs Punkte mehr als im Vormonat. Ähnliche Zufriedenheitswerte erreicht Merz in der Forsa-Umfrage. Demnach sind 14 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden – 84 Prozent der Befragten dagegen nicht.
Rückhalt für Brandmauer geht zurück
Eine Koalition mit der AfD schließen alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien derzeit aus. Der Rückhalt für die sogenannte Brandmauer geht der YouGov-Umfrage zufolge bei den Bürgern aber zurück. Demnach halten 46 Prozent den Ausschluss einer Koalition für richtig, im Februar 2025 waren es noch 54 Prozent. In der aktuellen Befragung finden 41 Prozent den Ausschluss falsch – vor einem Jahr waren es noch 37 Prozent. Unentschieden äußern sich aktuell 13 Prozent (2025: 9 Prozent).
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.
YouGov befragte zwischen dem 8. und 11. Mai insgesamt 2.179 Personen ab 18 Jahren, die in Deutschland wohnen. Bei der Sonntagsfrage wurden die Wahlabsichten von 1.783 Befragten erhoben. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz abhängig von der Höhe der Anteile zwischen 2,1 und 0,92 Prozentpunkten an. Forsa befragte vom 5. bis 11. Mai 2.501 Personen. Die repräsentativen Ergebnisse haben laut Institut eine statistische Fehlertoleranz von 2,5 Prozentpunkten.
