Umstrittener Standort

Kölner Rat beschließt Bau von Suchthilfezentrum


12.05.2026 – 19:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Protestschild gegen das geplante Suchthilfezentrum am Perlengraben (Archivbild): Es soll den Drogenkonsumraum am Neumarkt ersetzen. (Quelle: Sebastian Hahn)

Die Pläne für das Suchthilfezentrum am Perlengraben nehmen die nächste Hürde. Doch es drohen bereits Klagen gegen den Bau.

Der Rat der Stadt Köln hat den Bau des Suchthilfezentrums am Perlengraben im Pantaleonsviertel beschlossen. Mit Stimmen von Grünen, CDU, SPD, Linken, Volt, Partei und FDP/KSG befürwortete die Politik dabei mehrheitlich das Vorhaben der Verwaltung. Dagegen stimmte die AfD, das BSW enthielt sich. Das Zentrum soll im Jahr 2027 fertiggestellt werden und nach Plänen der Stadt im August 2027 für Betroffene öffnen.

Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit Kosten in Höhe von rund 8,7 Millionen Euro für das Projekt. Auf dem Gelände an der Ecke Perlengraben/Wilhelm-Hoßdorf-Straße soll dabei ein Gebäude mit 910 Quadratmetern Fläche entstehen. Um einen schnellen Bau zu gewährleisten, setzt die Stadt Köln auf eine Modulbauweise. Die Baugenehmigung soll spätestens im Januar 2027 erteilt werden.

Kölner Suchthilfezentrum: Eröffnung am Perlengraben 2027 geplant

Mechthild Böll (Grüne) betonte, dass das Suchthilfezentrum ein zentraler Baustein des neuen Kölner Konzepts sein soll. „Wir werden kontinuierlich daran arbeiten, dass das Kölner Modell ein Erfolg wird.“ Dabei sei es dringend notwendig, einen Betrieb rund um die Uhr zu gewährleisten. Nur so könnten Notschlafstellen und Szenebildung außerhalb des Zentrums verhindert werden.

Martin Erkelenz (CDU) sagte: „Man wird keinen Standort finden, bei dem Anwohnerinnen und Anwohner vollends zufrieden mit der Entscheidung sein werden.“ Die Stadt hätte nicht einfach so über den Standort entschieden, dafür sei das Thema zu sensibel. „Es ist nun möglichst breite fachliche Expertise im Bereich des Suchthilfezentrums gefragt“, so Erkelenz.

Auch die SPD sprach sich erneut für den Bau aus. Der Fraktionsvorsitzende Christian Joisten sagte am Dienstag: „Die Verelendung nimmt sichtbar zu. Viele Menschen sind schwer krank und verlieren Stabilität. Der bisherige Drogenkonsumraum am Neumarkt war zu klein, um den Anforderungen gerecht zu werden.“ Das neue Konzept orientiere sich bewusst an erfolgreichen Modellen anderer europäischer Städte.

Auch die Linke stimmte dem Antrag zu. Ratsfrau Isabel Gerken sagte: „Wir müssen uns anschauen, wie das Konzept im Pantaleonsviertel ankommt und was wir daraus lernen können.“ Helena Woll (Volt) nannte das Projekt einen „echten Meilenstein“.

Das neue Suchthilfezentrum soll den bisherigen Drogenkonsumraum am Neumarkt ersetzen und eine bessere Betreuung der Drogenabhängigen ermöglichen. So sind zusätzliche Räume für medizinische Behandlungen und Beratungsgespräche geplant, dazu Duschen, Toiletten und ein Wäscheraum. Im derzeitigen Konsumraum gibt es keine Aufenthaltsmöglichkeiten.

Die Stadt hatte im Rahmen des ersten Beschlusses bereits versprochen, ein umfassendes Sicherheitskonzept für Anwohner vorzulegen. In der Nähe des geplanten Standorts liegen Schulen und Kindergärten.

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