Kirche im Fokus
Zentralratspräsident Schuster fordert Mut zum Widerspruch
Aktualisiert am 08.11.2026 – 12:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Ob am Arbeitsplatz, in der Schule oder beim Familienessen: Zentralratspräsident Schuster fordert, Unrecht klar zu benennen. Wer damit anfange, könne auch anderen den Schritt erleichtern.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland hat an die Gesellschaft appelliert, Unrecht auch dann zu benennen, wenn es einem viel Mut abverlangt. „Wer den Mund aufmacht, macht es dem Nächsten leichter, es ebenfalls so zu tun“, sagte Josef Schuster bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Würzburg. Lehrer etwa müssten einschreiten, wenn Schüler von Mitschülern rassistisch beleidigt werden. Im Freundeskreis, am Arbeitsplatz oder im Verein sollte man sich nicht zurückhalten, wenn Antisemitismus Raum greife. „Gerade unter Menschen, die wir gut kennen, vermag es manchmal etwas Mut, um ein Wort zu sagen“, sagte Schuster.
„Man möchte den Kollegen nicht bloßstellen, mit dem man morgen wieder zusammenarbeitet, oder beim Familienessen einen Streit anfangen.“ Doch man sollte nicht darauf warten, „dass jemand anderes den Anfang macht. Widersprechen wir, wenn jemand einen antisemitischen Witz erzählt oder einen anderen Menschen wegen seiner Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht herabsetzt.“
Steinmeier zu Gast
Die diesjährige EKD-Tagung mit zahlreichen Diskussionsforen und Arbeitsgruppen findet bis Mittwoch unter dem Motto „Gemeinsam weiter – Kirche als Werkstatt für Demokratiebildung und intergenerationales Lernen als Ausdruck gelebten Glaubens“ statt. Als Gast wird am Dienstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.
Die Synode ist das Kirchenparlament der EKD. Im April 2027 tritt das Gremium in neu gewählter Form zusammen. Nach sechsjähriger Amtszeit kandidiert die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich, nicht erneut. Als möglicher Nachfolger wird in Medienberichten der frühere Verkehrsminister Volker Wissing (parteilos) genannt. Insgesamt zählen knapp 17,4 Millionen Menschen zur EKD.











