Sturzfluten in Teeanbaugebiet
Gletschersee in Bhutan ausgebrochen: Flutwarnung für Teile Indiens
Aktualisiert am 30.10.2026 – 03:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Wassermassen aus einem Gletschersee im Himalaya sind außer Kontrolle. Jetzt warnt Buthan seines Nachbarn Indien vor Sturzfluten.
Im Nordwesten Bhutans ist ein Gletschersee ausgebrochen. Betroffen ist der Shintaphu-See im Distrikt Gasa. Er gilt als einer von 17 potenziell gefährlichen Gletscherseen des Landes und liegt an der Quelle des Flusses Mo Chhu.
Der Ausbruch ereignete sich am Donnerstagabend. Dabei wurden die Anlagen von Gasa Tshachu komplett weggespült. Die natürliche heiße Quelle liegt in der Nähe des Mo-Chhu-Ufers im Distrikt Gasa und ist ein beliebtes Ziel. Todesopfer wurden nicht gemeldet, da das Gebiet zuvor geräumt worden war.
Für Gasa Tshachu ist es nicht das erste Unglück dieser Art. Bereits am 26. August 2021 hatte eine schwere Sturzflut die heiße Quelle weggerissen. Damals hatte der angeschwollene Mo Chhu seinen Lauf in Richtung der Quelle verändert.
Warnung an indische Bundesstaaten
Inzwischen hat das Flutwasser Srigang im Gewog Kabesa passiert. Der Ort liegt etwa acht Kilometer vom Punakha Dzong entfernt.
Bhutan hat die Regierungen der indischen Bundesstaaten Westbengalen und Assam alarmiert, denn den an Bhutan grenzenden Distrikten drohen Sturzfluten. Gefährdet sind unter anderem Dhubri in Assam sowie in Westbengalen die Hügel im Teeanbaugebiet Darjeeling und die Distrikte Alipurduar und Jalpaiguri.
Wenig Einwohner, viel Kultur

Bhutan liegt in Südasien, im östlichen Himalaya. Das kleine Königreich ist ein Binnenstaat zwischen zwei großen Nachbarn: Im Norden grenzt es an China (Tibet), im Süden, Osten und Westen an Indien. Nepal liegt westlich, getrennt durch den schmalen indischen Bundesstaat Sikkim, Bangladesch südlich, getrennt durch einen schmalen indischen Korridor. Das Land hat rund 800.000 Einwohner und erstreckt sich über Höhenlagen von etwa 100 Metern in den südlichen Tiefebenen bis über 7.000 Meter im Hochgebirge im Norden. Es war lange Zeit abgeschottet und versucht, seine Kultur auch im täglichen Leben zu bewahren. So tragen viele Bewohner noch traditionelle Kleidung.
Im westbengalischen Cooch Behar hat die Verwaltung eine Warnung an die Menschen herausgegeben, die an den Ufern des Sankosh leben. Der Fluss entspringt im Norden Bhutans. Er entsteht durch den Zusammenfluss großer Quellflüsse, darunter der Mo Chhu und der Pho Chhu, und mündet in Assam in den Brahmaputra.
Erinnerungen an Katastrophe in Nepal
Erst vor gut zwei Monaten hatte eine Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet schwere Verwüstungen angerichtet. Am 26. August 2026 rissen Wasser, Schlamm und Geröll entlang des Flusses Bhotekoshi Häuser, Brücken und Straßen mit sich. Am schwersten traf es die Distrikte Rasuwa, Nuwakot und Dhading.












