Mitten in München
Erstes Nest der Asiatischen Hornisse in Oberbayern entdeckt
13.10.2026 – 15:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Asiatische Hornisse breitet sich in Europa aus. Nun wird das erste Nest in München entdeckt. Es muss schnell entfernt werden – denn die Art bedroht die heimischen Bienen.
Im Dach eines Hauses mitten in München haben Fachleute das erste Nest der Asiatischen Hornisse in Oberbayern aufgespürt. Wie der Bezirk Oberbayern mitteilte, soll es möglichst bald entfernt werden, um die weitere Ausbreitung der für Honigbienen gefährlichen Art einzudämmen.
Zuletzt hatten mehrere Sichtungen südlich und südöstlich der Theresienwiese auf ein Nest in der Landeshauptstadt hingedeutet. Rund 20 Fachleute sowie ehrenamtliche Imker suchten deshalb nach den Insekten. Sie stellten Locktöpfe mit einer süßlichen Flüssigkeit auf, fingen zwei angelockte Hornissen ein und rüsteten sie mit Telemetrie-Sendern aus, winzigen Ortungsgeräten. So ließ sich der Rückflug der Insekten zum Nest verfolgen.
Nest muss schnellstmöglich entfernt werden
Dem Bezirk zufolge wurde die Hausverwaltung informiert. Sie organisiere nun die fachgerechte Entfernung des Nestes. Die Zeit drängt: Im Herbst entwickeln sich in den Nestern Jungköniginnen, die nach der Begattung überwintern und im kommenden Frühjahr neue Völker gründen können. Ein voll entwickeltes Nest kann rund 350 Jungköniginnen hervorbringen, von denen allerdings nur ein Teil überlebt und tatsächlich ein neues Volk gründet.
Christian Altenburger von der Fachberatung für Imkerei des Bezirks Oberbayern betonte: „Mit jedem Nest, das wir rechtzeitig entdecken und entfernen, können wir die weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse bremsen“. Die Bevölkerung solle daher alle Hinweise auf die Tiere melden. Diese haben einen dunklen Körper, ein orangefarbenes Band am Hinterleib und auffällig gelbe Beine.
Die Hornissen ernähren sich von anderen Insekten, darunter Honigbienen, und können dadurch Bienenvölker schwächen. Die 2004 nach Europa eingeschleppte Art war in Oberbayern erstmals im vergangenen Herbst in Schrobenhausen entdeckt worden, damals waren es einzelne Exemplare.











