„Wir wurden alle im Stich gelassen“
Anwohner klagen über „Harry Potter“-Chaos
01.10.2026 – 15:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Für die „Harry Potter“-Serie wurde ein englisches Dorf von der Außenwelt abgeschnitten. Anwohner berichten von langen Umwegen und fühlen sich alleingelassen.
Drei Tage lang war der kleine Ort Latimer in der englischen Grafschaft Buckinghamshire für den Verkehr gesperrt. Grund waren Dreharbeiten für die zweite Staffel der neuen „Harry Potter“-Serie. Die erste Staffel zeigt der Pay-TV-Sender HBO Max ab Weihnachten 2026.
Wie die BBC berichtet, beschwerten sich Anwohner über die Einschränkungen. Besonders betroffen gewesen seien Menschen, die nicht im Dorfkern wohnen: Sie hätten das Gebiet teils nur eingeschränkt verlassen oder erreichen können.
Die Sperrungen galten vom 28. bis 30. September. Die Produktionsfirma habe das Dorf als Kulisse vorbereitet und Fahrzeuge aus den 1990er-Jahren positioniert – wie die Buchvorlage von J.K. Rowling spielt auch die „Harry Potter“-Serie in diesem Jahrzehnt.
Besonders erschwert sei der Alltag der Bewohner am Dienstag gewesen: Die Zufahrten zum Dorfkern seien weitgehend dicht gewesen, lediglich Einsatzfahrzeuge hätten passieren dürfen. Das habe laut BBC für einige Menschen zu Problemen geführt. Als Ausweichroute habe nur eine schmale Straße zur Verfügung gestanden. Alternativ hätten Anwohner einen Umweg von knapp 18 Kilometern in Kauf nehmen müssen.
„Es hat sie nicht gekümmert“
Die Lehrerin Candice Adams, die am Rande von Latimer wohnt, sagte der BBC, sie habe wegen der Sperrungen Schwierigkeiten gehabt, zur Arbeit zu kommen. „Es hat sie nicht gekümmert, wie wir rein- und rauskommen. Sie haben sich nur um ihre Produktion in diesen drei Tagen gekümmert.“ Weiter sagte Adams: „Wir sind steuerzahlende Einwohner und uns wurde der Zugang verwehrt … Ich habe das Gefühl, wir wurden alle im Stich gelassen.“
Die Lehrerin prangerte außerdem eine ungleiche Behandlung an. Denn einige seien gebeten worden, ihre Autos woanders zu parken und hätten teils Geld für die Nutzung ihrer Einfahrten erhalten. „Die Bewohner des unteren Dorfteils wurden alle entschädigt, ihnen geht es gut, sie können parken und kommen und gehen“, sagte Adams zur BBC, „aber wir sind völlig von der Außenwelt abgeschnitten, wenn diese Wege blockiert sind.“
Anwohner wurden vorab informiert
Die zuständige Kommunalverwaltung teilte der BBC mit, Anwohner seien in die Planung einbezogen worden. „Die Produktionsfirma hat sich während des gesamten Planungsprozesses mit Anwohnern und lokalen Beteiligten ausgetauscht, und das Feedback hat dazu beigetragen, Maßnahmen zur Minimierung von Störungen zu gestalten, soweit dies vernünftigerweise möglich war.“
In einem Brief, den die Produktionsfirma am 11. September an die Bewohner des Wohngebiets schickte, hieß es, man sei sich dessen „bewusst, dass die Dreharbeiten in der Gegend zu zusätzlichem Verkehr und Staus führen könnten“, bemühe sich aber, den Zeitraum „so gut wie möglich zu gestalten“.
Warner Bros. äußerte sich auf eine Anfrage der BBC nicht. Ein Großteil der Dreharbeiten für die zweite Staffel findet in den Warner Bros. Studios Leavesden im benachbarten Hertfordshire statt.











