Steuersenkung auf Benzin und Diesel
Wer vom neuen Tankrabatt am meisten profitiert
01.10.2026 – 14:01 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Steuersenkung auf Kraftstoffe drückt die Preise an der Zapfsäule. Die Ersparnis pro Liter ist zwar für alle gleich, aber die Gesamtersparnis hängt von etwas anderem ab.
Seit dem 1. Oktober gilt der neue Tankrabatt. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel ist um rund 14 Cent pro Liter gesunken. Hinzu kommt der Effekt der Mehrwertsteuer. Insgesamt ergibt sich nach Angaben der Bundesregierung eine rechnerische Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter.
Die Regelung soll bis zum 31. Dezember gelten. Um Mitternacht herum wurden Benzin und Diesel abrupt billiger. Bis zum Morgen ging es noch deutlich weiter nach unten: Der ADAC ermittelte um 8 Uhr für Super E10 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,062 Euro. Das waren 14,5 Cent weniger als zum gleichen Zeitpunkt am Mittwoch. Diesel kostete um 8 Uhr im Schnitt 2,209 Euro – 15,2 Cent weniger als 24 Stunden zuvor.
Doch die Wirksamkeit des Rabatts ist umstritten – gleich in zweierlei Hinsicht. Offen ist, wie vollständig die Entlastung dauerhaft an Autofahrer weitergegeben wird. Und ebenso stellt sich die Frage, wer von der Maßnahme eigentlich am stärksten profitiert.
Wie viel spart ein Durchschnittsfahrer?
Laut Kraftfahrt-Bundesamt wird ein Auto in Deutschland im Schnitt rund 900 Kilometer pro Monat bewegt. Über die drei Monate des Tankrabatts wären das etwa 2.700 Kilometer.
Bei einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern auf 100 Kilometer ergibt sich daraus ein Kraftstoffbedarf von rund 189 bis 216 Litern. Wird die rechnerische Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter vollständig weitergegeben, läge die Ersparnis über den gesamten Zeitraum bei gut 32 bis knapp 37 Euro.
Wer mehr fährt, ein schwereres Auto nutzt oder einen höheren Verbrauch hat, gibt zwar mehr für Sprit aus, aber spart auch entsprechend mehr. Wer wenig fährt, ein sparsames Auto nutzt oder gar kein eigenes Fahrzeug besitzt, hat deutlich weniger davon. Der Tankrabatt belohnt also nicht Bedürftigkeit, sondern vor allem Verbrauch. Schon im April kamen Forscher der RWTH Aachen zu dem Ergebnis, dass Haushalte mit hohem Einkommen stärker profitieren. Die einkommensschwächsten zehn Prozent sparten demnach im Schnitt nur pro Monat bei 6,48 Euro. Die einkommensstärksten zehn Prozent kamen dagegen auf 21,64 Euro. In noch wohlhabenderen Haushalten lag der Wert teils bei bis zu 31 Euro.
Der Grund liegt nahe: Haushalte mit geringerem Einkommen fahren seltener Auto oder besitzen häufiger kein eigenes Fahrzeug. Wer mehrere Autos im Haushalt hat oder lange Strecken fährt, kann einen Literpreisrabatt dagegen stärker ausnutzen.
Kommt der Rabatt vollständig an?
Auch an der Zapfsäule ist die Sache weniger eindeutig, als es die rechnerische Entlastung vermuten lässt. Tankstellen müssen die Steuersenkung nicht eins zu eins weitergeben. Die Preise fielen am Morgen zwar deutlich. Da sie aber bereits in den Tagen davor nachgegeben hatten, ist schwer zu bestimmen, wie groß der unmittelbare Effekt des Tankrabatts tatsächlich ist.










