HSV-Legende wird 65
Nur Uwe Seeler traf öfter – doch für die Nationalelf reichte es nie
01.10.2026 – 17:10 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit dem HSV gewinnt er in den 1980er Jahren Titel um Titel. In der Bundesliga trifft nur Uwe Seeler noch öfter. Was macht Thomas von Heesen heute?
368 Bundesligaspiele, 99 Tore, 14 Jahre im Verein und vier Titel: Thomas von Heesen hat beim Hamburger SV tiefe Spuren hinterlassen. Nur Uwe Seeler traf in der Liga noch öfter als der frühere Mittelfeldspieler, bei den Einsätzen liegt nur Manfred Kaltz vor ihm. Am 1. Oktober 2026 wird von Heesen 65 Jahre alt.
1980 war der gebürtige Ostwestfale mit 18 Jahren zum HSV gestoßen. Unter Trainer Branko Zebec und dessen Interims-Nachfolger Aleksandar Ristic kam er in seiner ersten Saison nur sporadisch zum Einsatz. Unter Ernst Happel durfte von Heesen ab 1981 immer öfter spielen und entwickelte sich rasch zu einem Leistungsträger.
70-Meter-Solo gegen Bayern
Bis heute als legendär gilt sein Solo-Tor gegen den FC Bayern München am 24. April 1982. Die Bayern führten schon mit 3:1, als von Heesen nach 70 Minuten an den Ball kam. Der 20-Jährige rannte über rund 70 Meter allen Gegenspielern davon und traf zum 2:3. Horst Hrubesch legte noch zweimal nach. Der HSV gewann mit 4:3 und ebnete den Weg zur Meisterschaft.
Ein Jahr später öffnete Thomas von Heesen dem HSV das Tor ins Finale des Europapokals der Landesmeister. Im Halbfinal-Rückspiel gegen Real Sociedad erzielte er das entscheidende 2:1. Die Hamburger gewannen das Finale gegen Juventus Turin am 25. Mai 1983 durch ein Tor von Felix Magath mit 1:0.

Aus dem hoffnungsvollen Talent wurde über die Jahre ein Stammspieler und Mannschaftskapitän. Nach den Meisterschaften 1982 und 1983 und dem Europapokal-Triumph folgte 1987 der DFB-Pokalsieg. Von Heesen hatte an der Elbe alles erreicht – nur keinen Einsatz im DFB-Trikot. Für die A-Nationalmannschaft wurde er nie nominiert.
Kuriose Transferposse
Beinahe hätte ein Transfer nach Frankfurt von Heesens HSV-Zeit ein frühes Ende gesetzt. Im Winter 1989 stand der Mittelfeldspieler schon in Eintracht-Trainingskleidung auf dem Platz und gab Interviews. Doch die Vereine wurden sich nicht über die Ablösemodalitäten einig. Der HSV ließ seinen Spieler am 31. Januar nicht auf die Transferliste des DFB setzen – damit war der Wechsel gescheitert. Kurios: Eintracht Frankfurt soll davon zuerst aus dem Teletext des ZDF erfahren haben.
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Nach der Transferposse kehrte Thomas von Heesen zum HSV zurück und blieb noch mehr als fünf Jahre Stammspieler. In seiner letzten Saison 1993/94 scheiterte er mit 14 Toren sogar nur knapp an der Torschützenkanone.












