Forscher erklären Ursache
Weitere Abbrüche an der Zugspitze möglich
01.10.2026 – 00:25 UhrLesedauer: 2 Min.
In Zukunft ist mit mehr Felsabbrüchen an der Zugspitze zu rechnen. Forscher haben auch eine Erklärung dafür.
An der Zugspitze wird es zu einer Zunahme von Felsstürzen kommen, sagt ein Forscher der Technischen Universität München. Vergangene Woche hatte es einen spektakulären Felssturz an Deutschlands höchstem Berg gegeben.
Der Wissenschaftler Johannes Leinauer, Fachmann für Hangbewegungen an der Universität, geht von weiteren Ereignissen dieser Art aus. „Gerade kleinere Abstürze von wenigen Kubikmetern bis wenige Zehntausend Kubikmeter werden definitiv mehr“, sagte er. Ob es auch einen großen Abbruch mit möglicherweise katastrophalen Auswirkungen geben wird, könne man aber nicht sagen.
An der Nordwand soll es jetzt dauerhafte Messungen geben. Ein Laserscanner soll die Wand aus vier Kilometer Entfernung abtasten und kleinere Veränderungen sichtbar machen. Laut Leinauer kündigten sich Abbrüche vorher an, es lockere sich zunächst Gestein und rage aus der Wand heraus.
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Permafrost taut auf
Der Grund für eine erwartete Zunahme von Abstürzen liegt nach Ansicht der Forscher im Klimawandel. Das Zugspitzmassiv besteht nicht aus einem einzelnen Fels, sondern aus verschiedenen Gesteinsschichten. Diese sind eigentlich immer in Bewegung, weshalb kleinere Risse durchaus normal sind. Der Permafrost, auch als „Gesteinskleber“ bezeichnet, wirkt hier stabilisierend zwischen den einzelnen Gesteinsschichten und hält diese zusammen. Wird es wärmer, taut dieser Kleber auf.
Einen ersten Beweis für diese These gibt es anhand neuer Daten der Technischen Universität: In einem nahegelegenen Stollen hat sich die Temperatur von -1,2 auf -0,7 Grad erwärmt.
Insgesamt hatte der jüngste Felssturz ein Gesamtvolumen von rund 13.800 Kubikmetern. Laut Leinauer ist das „schon ein größeres Event“, das aber in dieser Größenordnung an der Zugspitze dennoch alle paar Jahre vorkomme.
Der Abbruch ging von einer etwa 100 mal 40 Meter großen Fläche in 80 Grad steilem Gelände auf etwa 2.800 Metern Höhe aus. „Das ist genau der Bereich, in dem wir warmen Permafrost erwarten“, betonte Leinauer.










