Hinrichtung geht schief
Eine Stunde nach der Spritze atmete Christa Pike noch
Aktualisiert am 01.10.2026 – 05:24 UhrLesedauer: 3 Min.
Erstmals seit mehr als 200 Jahren ist in Tennessee eine Hinrichtung an einer Frau vollzogen worden – die Exekution verlief allerdings nicht wie erwartet.
In Tennessee hat die erste geplante Hinrichtung einer Frau seit mehr als 200 Jahren stattgefunden. Das Oberste US-Gericht gab im Fall Christa Pike einem Eilantrag der für die Gefängnisse zuständigen Behörde des Bundesstaates am Mittwochabend statt und setzte damit den von einer unteren Instanz verhängten Vollstreckungsstopp außer Kraft.
Am Mittwochmorgen war die Vollstreckung der eigentlich für 10 Uhr (Ortszeit) angesetzten Exekution erst kurz vorher gestoppt worden. Stunden später kam dann die gerichtliche Erlaubnis durch den Supreme Court. Daraufhin wurde die Hinrichtung noch am späten Mittwochabend per Giftspritze vollzogen.
Allerdings kam es dabei zu Komplikationen, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf Pikes Anwälte schreiben. Demnach sei die 50-Jährige auch eine Stunde nachdem sie zwei Spritzen mit den tödlichen Medikamenten erhalten hatte, noch am Leben gewesen. Sie habe trotz des Giftcocktails immer noch geatmet. „Sie hat immer noch nicht das Bewusstsein verloren, sie hat nach wie vor Puls und atmet hörbar.“
Hinrichtung wurde offenbar gestoppt

Offenbar wurde die Hinrichtung daraufhin gestoppt, die Zeugen wurden gebeten, den Saal, der vor der Hinrichtungskammer liegt, zu räumen. Vor dem Gefängnis in Riverbend, in der Nähe von Nashville, waren plötzlich eintreffende Rettungswagen zu sehen. Zeugen berichteten, das Pike „unnötig große Qualen“ erlitten habe.
Was mit Pike geschehen ist, war bis zum frühen Donnerstagmorgen unklar. Ihr Tod wurde bislang nicht vermeldet. Laut ihrer Anwälte habe sie vor der Hinrichtung gesagt, dass sie ihren Frieden gefunden habe und bereit sei zu sterben.
Pike wurde 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt. Zum Tatzeitpunkt war sie 18 Jahre alt. 1995 hatten sie gemeinsam mit ihrem damals 17-jährigen Freund und einer Freundin, die bei der Tat Schmiere stand, das Opfer in ein abgelegenes Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gelockt. Dort folterten und töteten Pike und ihr Freund das Opfer qualvoll.
Pike: Tennessee tat mich als Lügnerin ab

Die zum Tode verurteilte Pike habe berechtigte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt, die geprüft werden müssten, entschied ein Berufungsgericht am Mittwoch. Zentraler Punkt dabei ist die gerichtliche Würdigung von Traumata, die Pike eigenen Angaben zufolge als Kind erlitt. Pike war als Kind missbruacht worden und war jahrelanger körperlicher, auch sexueller Gewalt , ausgesetzt gewesen. Das hatte bei ihr zu einer schweren Persönlichkeitsstörung geführt.












