Bestandskunden profitieren kaum
Während die Banken bei Neukunden um Aufmerksamkeit ringen, kommt bei vielen Bestandskunden bislang wenig an. Nach Angaben von Verivox wurden seit der jüngsten Leitzinserhöhung im Juni nur bei rund 20 Prozent aller Tagesgeldangebote die regulären Bestandskundenzinsen angehoben. Bundesweit verfügbare Tagesgeldangebote lagen im Juni im Schnitt noch bei 1,33 Prozent. Aktuell sind es laut Verivox 1,40 Prozent. Das entspricht nur einem Plus von 0,07 Prozentpunkten.
Noch niedriger fallen die Zinsen bei vielen regionalen Instituten aus. Genossenschaftsbanken zahlen im Schnitt 0,48 Prozent, Sparkassen 0,42 Prozent aufs Tagesgeld. Seit Juni stiegen die Durchschnittszinsen in beiden Gruppen lediglich um 0,04 Prozentpunkte.
„An der Mehrheit der treuen Bestandskunden läuft die Zinsrally beim Tagesgeld bislang komplett vorbei“, sagt Maier. Der Grund: Eine Erhöhung der Bestandskundenzinsen gilt nicht nur für neu eingezahltes Geld, sondern auch für bereits angelegte Gelder. Für Banken kann selbst eine kleine Anpassung deshalb teuer werden.
Wo Bestandskunden aktuell mehr bekommen
Die höchsten Bestandskundenzinsen unter den deutschen Banken bietet momentan die Ascory Bank aus Hamburg mit 2,5 Prozent. Beim Online-Broker Scalable Capital sind sogar 2,6 Prozent möglich.
Allerdings weist Verivox darauf hin, dass Spargelder dort auch bei Partnerbanken im Ausland oder in Geldmarktfonds angelegt werden können. Verbraucher sollten deshalb genau prüfen, wie ihr Geld abgesichert ist und welche Konstruktion hinter dem Angebot steht.
Zur Methode
Für die Analyse hat Verivox die Tages- und Festgeldzinsen von mehr als 800 Banken und Sparkassen ausgewertet. Berücksichtigt wurden Institute, die ihre Konditionen frei zugänglich im Internet veröffentlichen. Grundlage ist eine Anlagesumme von 10.000 Euro. Stand der Auswertung ist der 7. September 2026.
Festgeld zieht weiter an
Auch beim Festgeld sind die Zinsen zuletzt gestiegen. Besonders deutlich zeigt sich das bei Anlagen mit zwei Jahren Laufzeit. Anfang Juni lag der Durchschnittszins bundesweit verfügbarer Angebote laut Verivox bei 2,32 Prozent. Aktuell sind es 2,55 Prozent. Das ist ein Plus von 0,23 Prozentpunkten.
- Mehrere Vorteile: Warum Sie sich eine Festgeldtreppe bauen sollten
Damit liegen zweijährige Festgeldangebote im Schnitt sogar über dem Einlagezinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser beträgt zurzeit 2,25 Prozent. Erwartet wird, dass ihn die EZB in ihrer Sitzung am Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Banken zahlen Festgeldkunden aktuell also im Schnitt mehr, als sie selbst erhalten würden, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.












