Seit 30. Dezember 2025
Erstes Land der Welt schafft Briefzustellung ab
Aktualisiert am 21.08.2026 – 10:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Keine Briefzustellung mehr, und auch die roten öffentlichen Briefkästen größtenteils verschwinden: Dänemarks PostNord hat vor einem Jahr Ernst gemacht.
Seit Ende 2025 wird in Dänemark keine staatliche Briefpost mehr zugestellt oder abgeholt. Hintergrund war der drastische Bedeutungsverlust klassischer Briefe. PostNord, der staatliche Postdienst Dänemarks, beendete am 30. Dezember 2025 die gesamte Briefzustellung. Der „Einbruch des Briefvolumens“ hatte bei 90 Prozent in den vergangenen 25 Jahren gelegen.
Möglich war dieser Schritt durch ein neues Gesetz geworden, das die bislang geltende universelle Dienstleistungspflicht aufhob. Gleichzeitig waren die Mehrwertsteuerbefreiung für Postdienste gestrichen worden. Dadurch waren die Kosten für einen Standardbrief auf 29 Kronen (rund 4,50 Euro) gestiegen.
Mit dem Ende der Briefzustellung verschwinden auch immer mehr der ikonischen roten Briefkästen aus dem Stadtbild. Sie sollen künftig nur noch in Museen zu sehen sein. Briefe können in Dänemark zwar weiterhin über den privaten Anbieter DAO verschickt werden, aber ausschließlich über dessen Filialnetz.
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Ein globaler Trend: Das Ende der Papierpost
Weltweit geht das Briefvolumen seit Jahrzehnten zurück. Digitale Kommunikation via E-Mail, Messenger und soziale Netzwerke hat die Papierkorrespondenz weitgehend verdrängt. Die Corona-Pandemie beschleunigte diesen Wandel zusätzlich. Während Briefe an Bedeutung verlieren, boomt der Paketversand: 2022 wurden weltweit 161 Milliarden Pakete verschickt, bis 2027 sollen es 256 Milliarden sein.
Einige Postunternehmen konnten sich erfolgreich neu aufstellen. Privatisierte Dienste wie Malta Post, CTT in Portugal oder Poste Italiane bieten heute neben Logistik auch Bank- und Versicherungsdienstleistungen an. Auch die Deutsche Post DHL Group hat sich seit ihrer Privatisierung 1995 zu einem der weltweit profitabelsten Logistikkonzerne entwickelt. Andere Unternehmen, wie die britische Royal Mail, kämpfen trotz Teilprivatisierung weiter mit Verlusten, heißt es bei „The Economist“.
Staatliche Postdienste stehen vielerorts unter Druck. Laut dem Technikportal „chip.de“ schloss die griechische Post im November fast die Hälfte ihrer Filialen, was landesweit Proteste auslöste. Der United States Postal Service USPS meldete zuletzt einen Jahresverlust von neun Milliarden Dollar; seit 2007 summieren sich die Verluste auf über 100 Milliarden.











