PFAS und Mikroplastik
Dieses Verfahren wäscht „Ewigkeitschemikalien“ aus dem Blut
21.08.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Lassen sich Schadstoffe aus dem Blut „waschen“? Eine Studie legt genau das nahe. Eine Therapie gegen stark erhöhte Blutfette könnte PFAS und womöglich sogar Mikroplastik aus dem Blut entfernen.
Bei einer Apherese handelt es sich um eine Art Blutwäsche: Außerhalb des Körpers entfernt eine Maschine gezielt bestimmte Bestandteile oder schädliche Stoffe aus dem Blut. Anschließend wird das gereinigte Blut zurückgeführt.
Zum Einsatz kommt das Verfahren etwa bei Menschen, die schwere Fettstoffwechselstörungen haben, die sich über die Ernährung und mit Medikamenten nicht ausreichend unter Kontrolle bringen lassen. Bei den Betroffenen werden mit der Apherese vor allem bestimmte Blutfette wie LDL-Cholesterin herausgefiltert.
Allerdings scheint die Apherese nicht nur unerwünschte Blutbestandteile aus dem Körper zu waschen: In einer Studie entfernte sie bei Patienten überraschend auch sogenannte Ewigkeitschemikalien. Bei Mikro- und Nanoplastik fanden Forscher ebenfalls Hinweise auf einen Rückgang.
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Untersuchung mit 34 Patienten
An der Studie nahmen 34 Erwachsene teil, die wegen einer Fettstoffwechselstörung oder Autoimmunerkrankung eine Apherese erhielten. Die Forscher nahmen bei ihnen unmittelbar vor und nach zwei Behandlungen Blutproben, um diese zu untersuchen.
Dabei zeigte sich: Wie beabsichtigt, waren unter anderem LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) (ein stark genetisch bestimmter Blutfettwert) sowie Entzündungswerte gesunken. Aber nicht nur das. Ein Labor untersuchte Blutproben von 14 Patienten und stellte fest, dass sich die Konzentration von vier häufigen PFAS nach der Apherese um bis zu 25 Prozent reduziert hatte. Ein zweites, unabhängiges Labor analysierte zusätzlich Proben von vier Patienten. Dort waren die Werte – je nach PFAS – im Durchschnitt um etwa 44 bis 76 Prozent gefallen.
Was sind PFAS?
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dahinter steckt eine große Gruppe künstlich hergestellter Chemikalien, die unter anderem wasser-, fett- und schmutzabweisend wirken. Sie finden sich deshalb in vielen Alltagsprodukten – etwa in Antihaftbeschichtungen von Pfannen und Backformen, fettabweisenden Lebensmittelverpackungen, Imprägniermitteln für Textilien und Leder, Outdoor-Kleidung, Wanderschuhen oder bestimmten Beschichtungen für Displays und Brillengläser. Weil viele PFAS kaum abbaubar sind, werden sie „Ewigkeitschemikalien“ genannt und können sich in Umwelt, Menschen und Tieren anreichern. Für einige PFAS gibt es Hinweise auf Schäden an Leber, Hormon- und Immunsystem, Störungen des Fettstoffwechsels sowie ein erhöhtes Krebsrisiko.
Zwar lassen sich die Prozentzahlen nicht direkt miteinander vergleichen, weil die Labore unterschiedlich viele Proben untersuchten und verschiedene Messverfahren einsetzten. Die grundsätzliche Beobachtung stimmte aber überein: Nach der Apherese waren deutlich weniger PFAS im Blut nachweisbar.
Außerdem fanden die Forscher die Chemikalien in der Flüssigkeit wieder, die von dem Apheresegerät herausgefiltert und verworfen wurde. Das spricht dafür, dass die Behandlung die Stoffe tatsächlich aus dem Blut entfernt hat.
Lässt sich auch Mikroplastik aus dem Blut filtern?
Die Forscher wollten darüber hinaus wissen, ob die Apherese das Blut auch von winzigen Kunststoffpartikeln (Mikroplastik) befreien könnte. Dafür untersuchten sie bei vier Patienten verschiedene Kunststoffarten im Blut – jeweils vor und nach der Behandlung.
- Polyethylen, das zum Beispiel in Folien und Verpackungen steckt, nahm nach der Apherese bei allen vier Personen ab.
- Polyvinylchlorid (PVC), das unter anderem in Bodenbelägen, Kabeln oder Schläuchen verwendet wird, sank bei drei von vier Patienten.
- Bei anderen Kunststoffen zeigte sich dagegen kein einheitliches Bild.











