Sprengstoffroboter im Einsatz
Flughafen Leipzig: Drohne mit Sprengladung entschärft
Aktualisiert am 05.08.2026 – 15:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Am Flughafen Leipzig/Halle stellt die Polizei eine Drohne sicher, die für einen Angriff ausgerüstet war. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert. Wird genug getan für den Schutz der Flughäfen?
Nach dem nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle haben Spezialisten der Bundespolizei eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) wurde der Zünder einer noch unbekannten Sprengvorrichtung entfernt.
Terrorismus- und Extremismus-Ermittler übernehmen
Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ), haben die Ermittlungen übernommen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb ist auch das PTAZ im Einsatz, hieß es. Der Flughafen gehöre zum Bereich der kritischen Infrastruktur.
Nach Angaben des LKA wurde die Drohne mit der Sprengvorrichtung auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ von einem Mitarbeiter des Flughafens gefunden. Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem es wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchstartete. Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden, hieß es.
Flugbetrieb vorübergehend eingestellt
Der Flugbetrieb wurde nach Feststellung der Drohne in der Nacht zunächst komplett eingestellt. Nach einer umfangreichen Kontrolle des Flughafens konnte die Start-/Landebahn „Nordpiste“ noch in der Nacht wieder freigegeben werden. Die Start-/Landebahn „Südpiste“ sollte aus Wartungsgründen am Mittwoch nicht genutzt werden.
„Es besteht keine Gefahr für Leib oder Leben von Passagieren oder Mitarbeitern des Flughafens. Der Flugverkehr für Passagiere ist nicht beeinträchtigt“, stellten die Ermittler klar.
Zusammenhänge noch unklar
Unklar ist bislang noch, ob es einen Zusammenhang zwischen dem zuerst gesichteten Flugobjekt und der Drohne mit Sprengvorrichtung gibt, die am Boden gefunden wurde. Der Leipziger Polizeisprecher Olaf Hoppe stellte klar, dass Unbefugte nicht einfach auf das Rollfeld gelangen können. Es liege der Schluss nahe, dass das besagte Objekt aus der Luft auf den Boden gelangt sei.

Die Drohne befand sich nach den Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Sie wurde sichergestellt und mit einem Röntgengerät untersucht. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sprach von einem „sehr ernsten Sicherheitsvorfall“.
Unternehmen Antonow hat Basis am Flughafen Leipzig/Halle
Das ukrainische Luftfahrtunternehmen Antonow errichtet derzeit am Flughafen Leipzig/Halle einen neuen Wartungshangar. Der Bau soll in der ersten Jahreshälfte 2027 fertiggestellt werden. Die Ukrainer sind schon seit 2006 mit einer Wartungsbasis am hiesigen Flughafen vertreten. Infolge des russischen Angriffskriegs haben sie ihre Flotte komplett auf den sächsischen Airport verlegt. Sechs Maschinen sind hier stationiert.
Leipziger OB sieht Bedrohungslage mit neuer Qualität
„Die Bedrohungslage in Deutschland hat eine neue Qualität erreicht. Eine mit einer Sprengvorrichtung bestückte Drohne macht unmissverständlich klar, dass unsere Sicherheit bedroht ist, erklärte der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die Infrastruktur müsse besser geschützt werden. „Dem müssen Bund und Länder auch finanziell viel stärker Rechnung tragen.“










