Anschlag auf Berliner CSD
Vater des Attentäters: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen“
Aktualisiert am 26.07.2026 – 22:21 UhrLesedauer: 19 Min.
Ein Auto ist am Samstagabend beim Berliner CSD in eine Menschenmenge gerast. Mindestens eine Person wurde getötet. Alle Entwicklungen im Liveblog.
In Berlin ist beim Christopher Street Day am gestrigen Abend ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Die Großveranstaltung mit Hunderttausenden Besuchern wurde abgebrochen, mehrere Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt, es gibt ein Todesopfer. Eine Großfahndung nach dem oder den Tätern läuft.
Extremismus-Berater über Abdul Ballout: „freundlicher Eindruck“
21.47 Uhr: Der Extremismus-Berater Thomas Mücke vom Violence Prevention Network (VPN) hat seinen Eindruck über den mutmaßlichen Täter des CSD-Anschlags, Abdul Ballout, geteilt. Die Sozialarbeiter hätten „einen sehr gefassten, einen sehr vorsichtigen, einen sehr kontrollierten, einen sehr freundlichen Eindruck“ von Ballout gehabt, sagte Mücke, der VPN-Geschäftsführer ist, im ARD-„Brennpunkt“. „Und das sind genau die Kriterien, wo wir halt merken, da kommen wir nicht wirklich an die Person heran.“
Das VPN ist eine deutsche gemeinnützige Organisation, die in der Extremismusprävention tätig ist. Das VPN begleitet Menschen, die sich islamistischen oder rechtsextremistischen Ideologien zugewandt haben, bei der Distanzierung und Deradikalisierung.
Vater des mutmaßlichen Attentäters äußert sich
21.40 Uhr: Der Vater des mutmaßlichen Attentäters auf den Berliner CSD hat dem „Spiegel“ von seinem letzten Gespräch mit seinem Sohn berichtet. Noch am Samstag habe Abdul Ballout ihn angerufen: „Wir haben ganz normal gesprochen, wie jeden Tag. Er sagte, dass er mich vermisst und er sich wünschte, jetzt mit uns im Libanon zu sein“, so Tawfik Ballout, der sich dem Magazin zufolge derzeit in seinem Heimatland aufhält.
Nach Angaben des Vaters besuchte sein Sohn die Schule bis zur zehnten Klasse und arbeitete anschließend als Sicherheitsmitarbeiter und Fahrer. Einen festen Job habe er jedoch nie gehabt. Nachts war sein Sohn häufig am Handy oder vor dem Fernseher, tagsüber habe er viel geschlafen. Die Eltern sind geschieden.
Mit seinem Sohn habe er häufig über dessen Haare und Bart gestritten. „Ich habe ihm nicht erlaubt, einen langen Bart zu tragen“, so Tawfik Ballout – offenbar, weil er dies für ein Symbol von religiösem Extremismus hielt. Tawfik Ballout beschreibt seinen Sohn als „großzügig, emotional, liebevoll“, der mutmaßliche Attentäter habe das „Herz eines Kindes“. Für die mutmaßliche Tat habe er nur eine mögliche Erklärung: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.“
CSD-Attentäter ist tot: Augenzeuge machte Beobachtung
21.15 Uhr: Carsten Barthel, Vorsitzender des Kleingartenvereins, in dem der mutmaßliche Attentäter Abdul Ballout von der Polizei erschossen wurde, hat sich im Gespräch mit t-online ausführlich zu seinen Wahrnehmungen geäußert. Nur wenige Stunden vor dem Zugriff habe er eine männliche Person im entsprechenden Kleingarten entdeckt, die dort nicht hingehöre. Um den Attentäter soll es sich dabei nicht gehandelt haben. Wer der Mann, der Mitte 40 gewesen sein soll, war, ist bislang unklar. Alle Aussagen des Zeugen zum Tod des CSD-Attentäters Abdul Ballout im Überblick.












