Von Kontrolleuren überrascht
Kölner Radprofi Politt gerät in Dopingkontrolle bei Tour de France
22.07.2026 – 09:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Die nächtlichen Dopingkontrollen bei der Tour de France haben im Fahrerfeld eine Debatte ausgelöst. Auch bei den Top-Teams stehen die Kontrolleure nachts vor der Tür.
Der Kölner Radprofi Nils Politt hat sich bei der Tour de France einer unangekündigten Dopingkontrolle unterziehen müssen. Der 32-Jährige vom Team UAE-Emirates wurde am Montagabend überraschend in seinem Hotelzimmer kontrolliert. „Bei mir standen sie gestern um zehn Uhr am Abend vor der Tür und haben geklopft“, sagte Politt am Dienstag am Rande der 16. Etappe der Frankreich-Rundfahrt.
Die unangekündigten Kontrollen hatten im Fahrerfeld Wirbel ausgelöst, nachdem Mitfavorit Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) vor der 15. Etappe um 2 Uhr nachts kontrolliert worden war. Der Däne stürzte am Tag darauf schwer und brach sich das Schlüsselbein. Experten und Profis hielten es für nicht ausgeschlossen, dass die nächtliche Kontrolle zur mangelnden Konzentration geführt hätte.
Tour de France: Nils Politt von Dopingkontrolle überrascht
Im Anschluss hatte es unter anderem Kritik vom derzeitigen Tour-Zweiten Remco Evenepoel (Red Bull-Bora Hansgrohe) gegeben. Auch Politts Teamkollege Tadej Pogacar, der die Gesamtwertung anführt, wurde zuletzt um 5 Uhr morgens von den Dopingkontrolleuren wach geklingelt. Die Kontrollen sind legal, zwischen 23 und 5 Uhr morgens müssen sie in Frankreich aber richterlich genehmigt werden.
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„Wir sind für einen sauberen Sport, wir machen alles. Wenn sie meinen, das muss sein, dann machen wir die Kontrollen“, sagte Politt am Dienstag und zeigte Verständnis. Auch seine Kontrolle, die schon gegen 22 Uhr durchgeführt wurde, habe Auswirkungen gehabt. Politt: „Ich war schon fast eingeschlafen, da ist man dann natürlich erst einmal wieder wach.“
Pogacar und Vingegaard im Fokus – Kritik an Dopingkontrollen
Nach zahlreichen Dopingskandalen in den frühen 2000er-Jahren arbeitet der Radsport an einem sauberen Image, die Folge sind die umfangreichen Kontrollen im Fahrerfeld. Einen prominenten Dopingfall hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Viele Teams verpflichten sich selbst zu harten Regeln im Kampf gegen den Einsatz illegaler Substanzen.
Politt fährt als Helfer von Pogacar häufig an der Spitze des Pelotons. Der 32-Jährige absolviert bereits seine zehnte Frankreich-Rundfahrt in Folge. Durch das sturzbedingte Ausscheiden von Florian Lipowitz ist der gebürtige Kölner derzeit der bestplatzierte Deutsche im Gesamtklassement. Auf Rang 79 hat er aber bereits einen Rückstand von mehr als drei Stunden auf Teamkapitän Pogacar.











