Prüfung bei Warenhauskette
Vier Berliner Galeria-Filialen könnten geschlossen werden
22.07.2026 – 11:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Vier Berliner Galeria-Standorten könnte bald das Aus drohen. Knackpunkte sind Verhandlungen mit Vermietern.
Alle vier Berliner Galeria-Filialen stehen auf dem Prüfstand. Das Unternehmen hat eine Liste von 33 Standorten bundesweit veröffentlicht, deren Rentabilität geprüft wird – darunter die Häuser am Alexanderplatz, am Hermannplatz, am Kurfürstendamm und in Spandau. Ob die Filialen erhalten bleiben, hängt nach Unternehmensangaben von Verhandlungen mit den jeweiligen Vermietern ab.
Galeria will mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Kommt keine tragfähige Lösung zustande, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet, teilte das Unternehmen mit. Bei einigen Standorten laufen die Gespräche bereits, bei anderen sollen sie beginnen. Wann Entscheidungen fallen, ließ eine Unternehmenssprecherin offen.
Vermieter verzeichnen Mietrückstände bei Galeria
Geschäftsführer Tilo Hellenbock sagte: „Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten.“ Als Kriterien für die Auswahl nannte Galeria unter anderem Mietbelastung und Ertragskraft. Auch an den übrigen 50 Standorten sollen demnach Gespräche mit Vermietern geführt werden.
Die Verhandlungen fallen in eine finanziell angespannte Phase. Mehrere Vermieter hatten beklagt, Mieten seien nicht oder nur teilweise gezahlt worden. Galeria räumte ein, die Vermieter um Stundung gebeten zu haben, und verwies auf Liquiditätsschwankungen.
Galeria insolvent: Neun Standorte bereits dicht
Zuletzt erhielt das Unternehmen eine Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro, bereitgestellt von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers. Die Finanzierung ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Das neue Geld soll unter anderem einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital ablösen und offene Mietzahlungen begleichen.
Galeria hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Als Mitgrund galt die finanzielle Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört die Warenhauskette der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben rund 12.000 Menschen.












